Willich: Eltern protestieren gegen höhere Kita-Gebühren und gekürzte Geschwisterrabatte
Susan auch SchlauchinWillich: Eltern protestieren gegen höhere Kita-Gebühren und gekürzte Geschwisterrabatte
Eltern in Willich protestieren gegen Pläne, die Kita-Gebühren zu erhöhen und Geschwisterrabatte zu kürzen. Der Stadtrat hat Änderungen vorgeschlagen, um zusätzliche Einnahmen zu generieren, doch Familien argumentieren, dass die Maßnahmen ihre finanzielle Belastung weiter verschärfen würden. Die Debatte hat die seit langem schwelenden Spannungen um Betreuungskosten und -leistungen wieder aufgeflammt.
Die Stadt will durch Anpassungen der Geschwisterermäßigungen und eine Deckelung der Gebührensteigerungen 600.000 Euro einnehmen. 500.000 Euro sollen durch die Reduzierung der Geschwisterrabatte eingespart werden, weitere 100.000 Euro durch die Begrenzung dynamischer Gebührenanpassungen auf drei Prozent.
Nach den aktuellen Regelungen erhalten Eltern für das zweite Kind in Kita und Hort eine vollständige Gebührenbefreiung. Laut neuem Plan würden die Rabatte für Kitas auf 75 oder 80 Prozent für das erste Geschwisterkind sinken, während weitere Kinder weiterhin befreit blieben. Bei der Hortbetreuung würde der Rabatt von derzeit 100 Prozent auf 60 oder 70 Prozent fallen – allerdings nur für das erste Geschwisterkind.
Bürgermeister Christian Pakusch betonte, dass die Stadt die Geschwisterermäßigungen nicht komplett abschaffen wolle. Vielmehr gehe es darum, die Befreiungen schrittweise zurückzufahren und die Gebührensteigerungen zu begrenzen. Der Jugend- und Elternbeirat (JAEB) lehnte die Pläne jedoch ab und warnte, dass sie Familien unzumutbar belasten würden.
In benachbarten Kommunen wie Nettetal und Kempen zahlen Eltern bereits 50 Prozent der Gebühren für Geschwisterkinder – und das in allen Betreuungsformen. Auch die SPD-Fraktion in Willich stellt sich auf die Seite der Eltern und lehnt Haushaltskürzungen ab, die die Kosten auf die Haushalte abwälzen. Der Streit entsteht vor dem Hintergrund weiterer ungelöster Probleme wie Personalmangel und Schließungen von Einrichtungen.
Die geplanten Änderungen würden bedeuten, dass Familien mehr für die Kinderbetreuung zahlen müssten, während die Stadt zusätzliche Einnahmen erzielt. Falls die Anpassungen beschlossen werden, würde sich Willich damit den Gebührenmodellen benachbarter Städte annähern. Die endgültige Entscheidung liegt beim Rat, doch der Widerstand von Eltern und politischen Gruppen deutet auf weitere Diskussionen hin.






