Wie Misstrauen gegen Institutionen Rechtsextremismus stärkt – eine alarmierende Analyse
Susan auch SchlauchinWie Misstrauen gegen Institutionen Rechtsextremismus stärkt – eine alarmierende Analyse
Der Soziologe Aladin El-Mafaalani hat untersucht, warum Misstrauen gegenüber Institutionen den Aufstieg rechtsextremer Bewegungen befeuert. In seinem neuen Buch "Gemeinschaften des Misstrauens" analysiert er, wie Menschen sich vom Staat, den Gerichten, der Wissenschaft und den Medien abwenden. Stattdessen setzen sie ihr Vertrauen nur noch in jene, die ihre Skepsis teilen – und in Parteien, die der liberalen Demokratie feindlich gegenüberstehen.
El-Mafaalani argumentiert, dass Misstrauen sich nicht isoliert hält. Digitale Medien ermöglichen es skeptischen Einzelpersonen wie nie zuvor, sich zu vernetzen und zu organisieren. Diese Netzwerke, die er als "Gemeinschaften des Misstrauens" bezeichnet, verstärken gegenseitig ihre Überzeugungen und lehnen etablierte Institutionen ab.
Seine Analyse hilft, den Aufstieg von Figuren wie Donald Trump oder der deutschen Alternative für Deutschland (AfD) zu erklären. Die 2013 als euroskeptische Partei gegründete AfD erreichte bei der Bundestagswahl desselben Jahres zunächst 4,7 Prozent. Eine radikale Wende hin zu migrationskritischen Positionen während der Flüchtlingskrise 2015 führte zwar zu inneren Zerwürfnissen, steigerte aber auch die Unterstützung. Bis 2025 hatte die Partei unter den Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla ihren Wähleranteil verdoppelt und breitere Akzeptanz gewonnen – trotz wiederholter Extremismusvorwürfe.
El-Mafaalani warnt, dass solche Bewegungen, einmal an der Macht, nicht einfach "entzaubert" oder als inkompetent entlarvt werden können. Populistische Strategen, so seine These, arbeiten gezielt daran, das Vertrauen in Institutionen zu untergraben. Seine Erkenntnisse deuten auf neue Wege hin, um rechtspopulistischen Tendenzen wirksamer zu begegnen.
Das Buch zeigt, wie sich Misstrauen ausbreitet und zu politischen Bewegungen verfestigt. Verlieren Institutionen an Glaubwürdigkeit, wächst der Spielraum für Extremismus, so El-Mafaalani. Seine Forschung benennt konkrete Herausforderungen für Demokratien, die mit einem erstarkenden Populismus konfrontiert sind.






