Warnstreiks in NRW: Kitas und Pflegeheime in Bielefeld und Region schließen diese Woche
Anatol FrankeErste Warnstreiks in Awo-Kindergärten - Warnstreiks in NRW: Kitas und Pflegeheime in Bielefeld und Region schließen diese Woche
Warnstreiks legen soziale Dienste in Nordrhein-Westfalen diese Woche lahm
Die Gewerkschaft ver.di hat für diese Woche zu Arbeitsniedergängen in Einrichtungen des Arbeiterwohlfahrtsverbands (AWO) aufgerufen. Am Mittwoch und Donnerstag soll in Nordrhein-Westfalen gestreikt werden – mit Forderungen nach höheren Löhnen und besseren Arbeitsbedingungen. Begleitet werden die Ausstände von Kundgebungen in mehreren Städten im Rahmen des anhaltenden Tarifkonflikts im öffentlichen Dienst.
Die Streiks beginnen am Mittwoch, 4. Februar: Betroffen sind dann Kitas in Essen, im Rhein-Erft-Kreis, in Bonn sowie im Rhein-Sieg-Kreis, die ganz oder teilweise schließen müssen. Einige Einrichtungen werden Gruppen zusammenlegen, Notbetreuung anbieten oder vorübergehend komplett dichtmachen. Auch Pflegeheime in Köln melden Einschränkungen – die Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner soll jedoch sichergestellt bleiben.
Am Donnerstag, 5. Februar, weitet sich die Aktion auf Ostwestfalen-Lippe aus, darunter Bielefeld. Dann stehen Kitas, Pflegeeinrichtungen, Beratungsstellen und Angebote der Offenen Ganztagsschule still. Zudem ist eine Demonstration in Herford geplant, neben bereits angemeldeten Kundgebungen in Essen, Aachen und Köln.
Ver.di fordert eine monatliche Lohnerhöhung von 500 Euro für alle Beschäftigten sowie 300 Euro mehr für Auszubildende. Hinzu kommen bessere Ausbildungsbedingungen und drei zusätzliche freie Tage pro Jahr. Die Arbeitgeber lehnen die Forderungen jedoch als "völlig überzogen" und finanziell nicht umsetzbar ab. Angesichts knapper Haushalte im Sozialbereich seien solche Steigerungen unmöglich, die Vorschläge seien nichts weiter als ein "PR-Gag".
Der zweitägige Warnstreik wird mehrere Regionen treffen, darunter Ostwestfalen-Lippe, Bielefeld und Herford. Während einige AWO-Träger – etwa in Bielefeld – noch prüfen, wie stark die Auswirkungen ausfallen, bleiben die Arbeitgeber bei ihrer ablehnenden Haltung. Der Konflikt zeigt einmal mehr die anhaltenden Spannungen um Löhne und Arbeitsbedingungen in der Sozialbranche.