09 January 2026, 04:53

Villa ten Hompel und Yad Vashem: Wie eine deutsche Gedenkstätte Geschichte schreibt

Ein Collage-Bild mit einem Denkmal auf der linken Seite, umgeben von einem Kettenzaun, Gebäuden und Bäumen, und einem Gedenkstein auf der rechten Seite, mit einer Person, die eine Fahne schwenkt, und anderen, die vor Bäumen stehen.

Villa ten Hompel und Yad Vashem: Wie eine deutsche Gedenkstätte Geschichte schreibt

Villa ten Hompel, ein zentraler Erinnerungsort in Deutschland, hat eine nachhaltige Bildungspartnerschaft mit Yad Vashem in Jerusalem aufgebaut. Hinter diesem Erfolg steht Dr. Michael Seligmann, dessen jahrzehntelanges Engagement die Ausrichtung und das öffentliche Bild der Gedenkstätte geprägt hat. Sein Einsatz für die Erinnerungskultur wurde nun mit einer renommierten Auszeichnung gewürdigt – und hat zugleich eine bundesweite Debatte darüber ausgelöst, wo das erste deutsche Bildungszentrum von Yad Vashem entstehen soll.

Seligmann leitete den Förderkreis Gedenkstätte Villa ten Hompel e. V. von 1998 bis 2022 als ehrenamtlicher Vorsitzender. Unter seiner Führung entwickelte sich die Organisation zur bürgerschaftlichen Trägerin der Gedenkstätte, finanzierte deren Betrieb und Bildungsprogramme und schuf eine enge Verbindung zu Yad Vashem. Heute gelten beide Einrichtungen als untrennbar miteinander verbunden.

Für sein Wirken in der Erinnerungskultur erhielt Seligmann kürzlich den BVK-Preis. Gleichzeitig bereitet Yad Vashem die Gründung seines ersten deutschen Bildungszentrums vor – drei Bundesländer konkurrieren um den Standort. Eine Machbarkeitsstudie hat Nordrhein-Westfalen, Bayern und Sachsen als mögliche Standorte vorselektiert; die endgültige Entscheidung soll in der ersten Hälfte 2026 fallen. Nordrhein-Westfalen inszeniert sich als Favorit und verweist auf seine große Bevölkerung und die langjährigen Beziehungen zu Jerusalem. Innerhalb des Landes hat Köln bereits ein Gelände in der Nähe des Doms vorgeschlagen, während Düsseldorf, Dortmund und Essen ebenfalls im Rennen sind. Bayern, gestützt durch eine klare Positionierung des Landtags, wirbt für München als idealen Standort. Sachsen bleibt zwar im Wettbewerb, hat aber noch keine konkreten Städte für das Projekt benannt.

Die Auswahl des Standorts für das Yad-Vashem-Zentrum läuft noch – drei Länder präsentieren ihre Konzepte. Seligmanns Vermächtnis in der Villa ten Hompel unterstreicht indes die Bedeutung solcher Initiativen für die Bewahrung des historischen Gedächtnisses. Der gewählte Ort wird zum zentralen Knotenpunkt der Holocaust-Bildung in Deutschland und baut auf Partnerschaften auf, wie sie Seligmann mitgeprägt hat.