16 March 2026, 10:33

Kölner Dom plant Eintrittsgeld – und löst damit heftige Kritik aus

Der Eingang des Kölner Doms in Köln, Deutschland, mit detaillierten Schnitzereien, Skulpturen und einer großen Tür unten.

Ehemaliger Domarchitekt kritisiert geplante Eintrittspreise für den Kölner Dom - Kölner Dom plant Eintrittsgeld – und löst damit heftige Kritik aus

Kölner Dom könnte bald Eintrittsgeld verlangen

Der Kölner Dom, eine der berühmtesten katholischen Kirchen der Welt, könnte Besuchern bald eine Eintrittsgebühr berechnen. Die Sehenswürdigkeit, die jährlich sechs Millionen Menschen anzieht, steht wegen des Vorhabens in der Kritik. Die ehemalige Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner hat sich gegen den Plan ausgesprochen und warnt, dass dies den offenen und einladenden Charakter der Kathedrale verändern könnte.

Die für den Dom verantwortlichen Stellen haben angekündigt, die Gebühr in der zweiten Jahreshälfte einzuführen. Die genaue Höhe steht noch nicht fest. Schock-Werner, die jahrelang die Erhaltung des Doms leitete, argumentiert, dass eine Eintrittsgebühr dessen Rolle als "missionarisches Angebot der Kirche" untergraben würde. Zudem befürchtet sie, dass sowohl Touristen als auch Einheimische davon abgeschreckt werden könnten.

In den vergangenen fünf Jahren haben ähnliche Vorschläge für bedeutende deutsche Stätten immer wieder Debatten ausgelöst. Auf Berlins Museumsinsel und an anderen Kulturdenkmälern gab es gemischte Reaktionen: Einige befürworten Gebühren zur Finanzierung der Instandhaltung, andere sehen darin Hindernisse für den Zugang zu Kultur. In den meisten Fällen führte öffentlicher Widerstand zu abgeschwächten oder überarbeiteten Plänen.

Schock-Werner betont die tiefe Bedeutung des Doms für Köln und bezeichnet ihn als Symbol der städtischen Identität. Sie fürchtet, dass eine Eintrittsgebühr seinen Charakter als Ort für alle – unabhängig von Herkunft oder finanziellen Mitteln – verändern würde.

Der geplante Eintritt für den Kölner Dom folgt einem größeren Trend: Viele historische und religiöse Stätten kämpfen mit Finanzierungsproblemen. Während einige die Notwendigkeit von Gebühren für die Erhaltung betonen, warnen Kritiker wie Schock-Werner vor unbeabsichtigten Folgen. Die endgültige Entscheidung über Preise und Umsetzung wird voraussichtlich prägen, wie die Kathedrale künftig den Spagat zwischen Denkmalschutz und öffentlichem Zugang meistert.

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