07 February 2026, 04:57

Thyssenkrupp setzt auf Wasserstoff und grüne Stahlpartnerschaften für die Wende

Ein Schwarz-Weiß-Foto einer Fabrik mit Arbeitern, die eine große Maschine bedienen, umgeben von Leitern und Stangen, mit dem Text "Cadillac Steel Works" unten.

Thyssenkrupp setzt auf Wasserstoff und grüne Stahlpartnerschaften für die Wende

Thyssenkrupp kämpft seit Jahren mit dem Niedergang seiner Stahlsparte – seit 2020 schrumpfen Produktion und Marktanteile. Nun treibt der Konzern eine umfassende Umstrukturierung voran: mit Vermögensverkäufen, Partnerschaften für "grünen Stahl" und dem Umstieg auf Wasserstofftechnologie. Die Aktie zeigt dabei eine gemischte Performance – zwar deutlich im Plus über die vergangenen zwölf Monate, doch noch unter den jüngsten Höchstständen.

Der deutsche Industriekonzern hat seinen globalen Anteil an der Stahlproduktion von etwa 1,5 % auf unter 1 % seit 2020 eingebüßt. Steigende Energiekosten, Importdruck aus Asien und Überkapazitäten haben die Sparte Steel Europe geschwächt, was zu sinkenden Umsätzen führte. Als Reaktion hat Thyssenkrupp umstrukturiert: Die Materialdienstleistungs-Sparte Materials Services wurde ausgegliedert, das Marinegeschäft verkauft und EU-Fördergelder – darunter 2,5 Milliarden Euro für Wasserstoff-Projekte – gesichert, um Emissionen zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Ein zentraler Baustein der Neuausrichtung sind die Stahl-Joint-Ventures. Bis zum 1. Juni 2026 wird der Konzern seinen Anteil an den HKM-Werken (Krupp Mannesmann) an Salzgitter AG veräußern. Zudem enden die Bramme-Lieferverträge zwischen Thyssenkrupp und HKM nun bereits Ende 2028 – vier Jahre früher als ursprünglich geplant. Parallel expandiert die Wasserstoff-Tochter Nucera nach Indien, und zwar über eine Kooperation mit der deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).

An der Börse hat die Thyssenkrupp-Aktie in den letzten zwölf Monaten etwa 152 % zugelegt, notiert aber aktuell rund 12 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Die nächsten Finanzzahlen für das erste Quartal 2025/26 werden am 12. Februar 2026 erwartet.

Ziel der Umstrukturierung ist es, die Stahlaktivitäten zu stabilisieren und gleichzeitig den Wandel hin zu einer klimaneutralen Produktion zu beschleunigen. Mit Vermögensverkäufen, "grünen" Stahl-Kooperationen und Wasserstoffinvestitionen positioniert sich der Konzern in einem schwierigen Markt neu. Ob die Maßnahmen greifen, wird sich zeigen, wenn in den kommenden Monaten Finanzergebnisse und Projektfortschritte vorliegen.