30 April 2026, 16:54

Pflegeheime in NRW am Limit: Bewohner helfen aus – und Ausländer retten den Betrieb

Ausführliche alte Karte der Provinzen Westphalens auf altem Papier mit begleitendem Text, der die Region beschreibt.

Pflegeheime in NRW am Limit: Bewohner helfen aus – und Ausländer retten den Betrieb

Pflegeheime in Nordrhein-Westfalen kämpfen mit massivem Personalmangel – Bewohner springen ein

Pflegeeinrichtungen in Nordrhein-Westfalen leiden unter einem schweren Personalnotstand, der dazu führt, dass in einigen Häusern sogar Bewohner mithelfen müssen. Heime in Düsseldorf und Mönchengladbach werben mittlerweile gezielt Fachkräfte aus dem Ausland an, um die Lücken zu schließen. Gleichzeitig warnen Experten, dass der Bedarf an Pflegeleistungen in den nächsten drei Jahrzehnten um ein Drittel ansteigen wird.

Im Caritas-Pflegeheim in Mönchengladbach gibt der Einrichtungleiter offen zu, kaum noch genug Personal zu finden. Aufgrund der Engpässe unterstützen mittlerweile auch Bewohner bei alltäglichen Aufgaben. Um gegenzusteuern, stellt das Heim gezielt Pflegekräfte aus den Philippinen ein.

Mönchengladbach verzeichnet eine der höchsten Pflegequoten der Region: Mehr als jeder zehnte Einwohner ist auf Dauerleistungen angewiesen. Viele dieser Menschen benötigen bereits seit Jahren Unterstützung, bevor sie in ein Heim ziehen. Die Arbeitertradition der Stadt trägt dazu bei, dass die Bevölkerung überdurchschnittlich schnell altert und der Bedarf an Pflegeleistungen entsprechend hoch ist.

In Düsseldorf sieht die Lage ähnlich aus: Auch hier ist etwa jeder Zehnte auf Langzeitpflege angewiesen. Fast 90 Prozent der Pflegebedürftigen in der Region werden jedoch zu Hause und nicht in Einrichtungen versorgt. Helmut Wallrafen, ein lokaler Fürsprecher, fordert den Ausbau von nachbarschaftlichen Pflegenetzwerken. Eine bessere Vernetzung von professionellen Diensten und ehrenamtlichen Helfern könnte seiner Meinung nach die Belastung verringern.

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Da der Pflegebedarf bis 2050 voraussichtlich um 30 Prozent steigen wird, setzen immer mehr Heime auf internationale Rekrutierung. Die Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland durch die Caritas-Einrichtung ist dabei nur ein Beispiel für einen bundesweiten Trend, mit dem Träger auf den anhaltenden Personalmangel reagieren.

Die Abhängigkeit von ausländischen Arbeitskräften und die Mithilfe von Bewohnern zeigen, wie sehr das Pflegesystem in Nordrhein-Westfalen unter Druck steht. Angesichts des stark wachsenden Bedarfs müssen die Einrichtungen schnell handeln. Der Ausbau lokaler Pflegenetzwerke und die gezielte Anwerbung aus dem Ausland könnten in den kommenden Jahren zu zentralen Strategien werden.

Quelle