10 February 2026, 13:24

Streit um Spielerberater: Sammer fordert Abschaffung – Wittmann kontert scharf

Ein Mann in weißer Uniform kniet auf einem Fußballfeld und trägt Fußballschuhe.

Streit um Spielerberater: Sammer fordert Abschaffung – Wittmann kontert scharf

Eine hitzige Debatte über die Rolle von Spielerberatern im deutschen Fußball ist entbrannt. Matthias Sammer, Berater von Borussia Dortmund, forderte kürzlich ihre Abschaffung – und erntete damit scharfe Kritik von Roger Wittmann, Mitgründer der Agentur Rogon. Wittmann bezeichnete den Vorschlag als "absoluten Unsinn" und warf Sammer vor, Falschinformationen zu verbreiten.

Ausgelöst wurde der Streit durch Sammers Behauptung, Berater seien überflüssig, würden überhöhte Provisionen kassieren und das Verhältnis zwischen Spielern und Vereinen belasten. Ohne sie wäre der Fußball besser dran, so seine These. Wittmann konterte umgehend und nannte diese Argumente "völlig haltlos" sowie "Quatsch, reine Desinformation".

Wittmann betonte zudem, dass Berater eine entscheidende Funktion beim Schutz der Spieler vor Druck seitens der Vereine hätten. Clubs setzten Spieler oft unter Druck, um Transfers zu erzwingen – daher sei eine unabhängige Vertretung unverzichtbar. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit erhitzter Gemüter, geprägt unter anderem von einem jüngsten Gerichtsurteil, das Einschränkungen seines Zutritts zu bestimmten Fußballanlagen teilweise aufhob – das Betretungsverbot für das Trainingsgelände von TSG Hoffenheim bleibt jedoch bestehen.

Der Einfluss von Beratern in der Bundesliga hat seit den 1990er-Jahren deutlich zugenommen. Waren sie einst auf inoffizielle Spielersichtung beschränkt, prägen sie heute maßgeblich Verträge und Transfers mit. Diese Entwicklung folgte auf das Bosman-Urteil und die sich wandelnden FIFA-Regularien, die die Branche professionalisierten. Dennoch mangelt es an belastbaren Daten über ihre tatsächliche Wirkung – während Transfergerüchte ihre wachsende Macht und die damit verbundenen Honorare immer wieder in den Fokus rücken.

Der Konflikt zwischen Sammer und Wittmann spiegelt die grundsätzlichen Meinungsverschiedenheiten über die Stellung von Beratern im Fußball wider. Während Sammer für ihre Abschaffung plädiert, sieht Wittmann in ihnen eine unverzichtbare Instanz zum Schutz der Spielerinteressen. Die teilweise Aufhebung der Zugangsbeschränkungen für Wittmann durch das Gericht fügt der anhaltenden Kontroverse eine weitere Facette hinzu.