RWE setzt auf grünen Wasserstoff – doch der Gasmarkt bleibt angespannt
Susan auch SchlauchinRWE setzt auf grünen Wasserstoff – doch der Gasmarkt bleibt angespannt
RWE treibt den Ausbau seiner grünen Energien voran, während in Lingen Europas größter Wasserstoff-Elektrolyseur den Betrieb aufnimmt. Der Essener Energieversorger verzeichnet zudem wachsendes Investorenvertrauen – die UBS hat ihr Kursziel für die RWE Aktie auf 55 Euro angehoben. Gleichzeitig bleibt der deutsche Gasmarkt unter Druck, da die Speicherstände auf historisch niedrigem Niveau liegen.
Das Unternehmen hat kürzlich in Lingen einen 100-Megawatt-Elektrolyseur in Betrieb genommen – ein wichtiger Meilenstein für die Produktion von grünem Wasserstoff. Bis 2027 soll die Kapazität auf 300 MW verdreifacht werden, wobei bereits langfristige Lieferverträge abgeschlossen wurden. Die Raffinerie des Konzerns TotalEnergies in Leuna hat sich die Wasserstoffproduktion für 15 Jahre gesichert.
Analysten blicken optimistisch in die Zukunft von RWE. Die UBS bestätigte ihre "Kaufen"-Empfehlung und sieht ein Kurssteigerungspotenzial von über 20 Prozent. Die Analystin Wanda Serwinowska erhöhte zudem die Gewinnprognosen für die Jahre 2025 bis 2028 und erwartet für 2026 mehrere Wachstumstreiber. Das Unternehmen führt außerdem sein Aktienrückkaufprogramm fort. Erst kürzlich erwarb die Treuhandgesellschaft Computershare Trustees Limited im Auftrag von RWE-Tochtergesellschaften in Großbritannien 1.797 Aktien an der Frankfurter Börse – zum Durchschnittspreis von 41,18 Pfund, was einem Volumen von rund 74.000 Pfund entspricht.
Doch die Herausforderungen im deutschen Energiesektor bleiben bestehen. Die Gasreserven sind auf unter 52 Prozent gesunken – deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Branchenexperten warnen, dass ein strenger Winter die Versorgungsengpässe verschärfen und den Markt weiter unter Druck setzen könnte. Bisher gibt es keine Belege dafür, dass ein Essener Energieversorger die Preise zum 9. Januar 2026 von 45 auf 55 Euro anheben wird. Auch sind keine Investoren bekannt, die in eine solche Maßnahme verwickelt wären.
RWEs Wasserstoff-Expansion und die starke Analystenunterstützung unterstreichen den Wandel des Konzerns hin zu alternativen Energien. Das Aktienrückkaufprogramm signalisiert zudem Vertrauen in die finanzielle Stabilität des Unternehmens. Dennoch könnte der angespannte Gasmarkt in Deutschland bei anhaltend kalter Witterung weiterhin Risiken bergen.