Rewe-Chef Souque greift Markenhersteller wegen hoher Schokoladenpreise an
Karlheinz MiesRewe-Chef Souque greift Markenhersteller wegen hoher Schokoladenpreise an
Rewe-Chef Lionel Souque hat große Lebensmittelmarken scharf kritisiert, weil diese ihre Preise trotz sinkender Rohstoffkosten nicht senken. Seine Äußerungen fielen mit der Ankündigung der Supermarktkette zusammen, als Reaktion auf die Mehrwertsteuer-Anpassungen einige Preise zu reduzieren. Souque nannte Schokolade als zentrales Beispiel für die Preispolitik, die Verbraucher belastet.
Er verwies auf die Kakaopreise, die zunächst stark gestiegen waren, bevor sie wieder fielen. Doch Hersteller wie Lindt und Mondelez hätten ihre Preise nicht nach unten korrigiert, so Souque. Stattdessen hätten einige Marken – etwa Milkas Alpenmilch-Schokolade – das Produktgewicht verringert, während der Preis gleich blieb oder sogar stieg.
Rewe hingegen habe den Preis der hauseigenen Einstiegs-Schokoladentafel bereits zweimal gesenkt – zunächst auf 89 Cent, dann auf 79 Cent. Der Vorstandsvorsitzende betonte, dass die mehrwertsteuerbedingten Preisanpassungen das gesamte Rewe-Sortiment betreffen würden und nicht nur Einzelprodukte. Zwar werde die durchschnittliche Steuerentlastung an die Kunden weitergegeben, doch nicht jedes Produkt werde günstiger.
Souques Aussagen spiegeln eine grundsätzliche Unzufriedenheit mit den Markenherstellern wider. Er argumentierte, dass Verbraucher viel zu langsam von den gesunkenen Rohstoffkosten profitierten.
Die Supermarktkette wird ihre Preise aufgrund der Mehrwertsteuersenkung anpassen – wenn auch nicht einheitlich bei allen Produkten. Souques Kritik setzt die großen Marken unter Druck, die gesunkenen Rohstoffkosten endlich in ihren Preisen widerzuspiegeln. Für Käufer könnte es zwar Entlastungen geben, doch die Veränderungen hängen vom jeweiligen Produkt und Hersteller ab.






