Protest gegen Atommüll-Transporte: Aktivisten ziehen über umstrittene Brücken der A2
Krzysztof LöfflerProtest gegen Atommüll-Transporte: Aktivisten ziehen über umstrittene Brücken der A2
Rund 100 Atomkraftgegner werden an diesem Wochenende in Bottrop demonstrieren, um gegen geplante Transporte von radioaktivem Abfall zu protestieren. Im Fokus der Kundgebung stehen Lieferungen von 152 Lkw-Ladungen mit Atommüll vom Forschungszentrum Jülich nach Ahaus, die zwar von den Behörden genehmigt, aber noch nicht terminiert wurden. Die Aktivisten warnen vor erheblichen Risiken – insbesondere auf der Autobahn A2, wo Baustellen und marode Brücken die Sicherheit gefährden.
Der Protest beginnt um 11:00 Uhr in der Nähe der A2 in Bottrop-Süd. Unter dem Motto „Hochradioaktiver Atommüll gehört nicht auf die Autobahn“ wollen die Demonstranten ihre Ablehnung deutlich machen. Der Marsch führt durch Wohngebiete in Bottrop-Fuhlenbrock, um auf die Gefahren einer möglichen radioaktiven Belastung aufmerksam zu machen.
Ursprünglich hatte die Polizei den Aktivisten verboten, Brücken über die A2 zu überqueren – mit Verweis auf Sicherheitsbedenken. Die Veranstalter setzten sich jedoch in einem Eilantrag vor Gericht durch und erkämpften das Recht, die geplante Route zu nutzen. Der juristische Erfolg ermöglicht es den Demonstranten nun, wie vorgesehen über die Autobahnbrücken zu ziehen. Wann die sogenannten Castor-Transporte tatsächlich beginnen, bleibt jedoch unklar. Zwar ist der Start für 2026 vorgesehen, doch warten die Behörden noch auf endgültige gerichtliche Entscheidungen. Schätzungen zufolge könnte der Prozess ab Mitte Januar 2026 bis zu sieben Wochen dauern, bevor erste Transporte rollen. Unterdessen hat der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND NRW) eine eigene Klage eingereicht, um die Genehmigung der Transporte vollständig zu stoppen.
Die Aktivisten fordern eine vollständige Absage der Lieferungen und betonen, dass die Risiken jeden Nutzen bei Weitem überwiegen. Als Hauptgründe für ihre Bedenken nennen sie die anhaltenden Bauarbeiten und die instabile Infrastruktur entlang der A2.
Die Demonstration findet nun mit einer angepassten Route statt – inklusive der zuvor umstrittenen Brücken. Einen konkreten Termin für die Atommülltransporte gibt es noch nicht, doch die rechtlichen Auseinandersetzungen dauern an. Behörden und Umweltschützer bleiben uneins darüber, ob die Transporte überhaupt durchgeführt werden sollten.






