Plakat-Aktion in Wuppertal entfacht Streit über nackte Brüste im öffentlichen Raum
Krzysztof LöfflerPlakat-Aktion in Wuppertal entfacht Streit über nackte Brüste im öffentlichen Raum
"Brüste" – Empörung über nackte Brüste auf Plakaten in Wuppertal
Teaser: Das Medienprojekt Wuppertal wirbt mit freizügigen Plakaten für den Film „Brüste – Perspektiven auf die weibliche Brust“ – jetzt gibt es Streit.
17. Oktober 2025, 16:01 Uhr
Eine Plakatkampagne in Wuppertal hat für hitzige Diskussionen gesorgt, nachdem darauf nackte Brüste zu sehen waren, die für einen Bildungsfilm warben. Die Motive sind Teil eines medienpädagogischen Projekts für Schulen und sollten Gespräche über Körperbilder und Geschlechterrollen anregen. Doch der öffentliche Widerstand führte dazu, dass viele Plakate innerhalb weniger Tage abgerissen oder beschmiert wurden.
Das Wuppertaler Medienprojekt hatte die Aktion gestartet, um für den Film „Brüste – Perspektiven auf die weibliche Brust“ zu werben, der gesellschaftliche Blickwinkel auf den weiblichen Körper thematisiert. Die Plakate zeigten Brüste auf natürliche Weise, ohne Köpfe oder sexualisierten Kontext. Die Verantwortlichen betonten, dass es darum gehe, nicht-sexualisierte Darstellungen im Bildungsbereich zu normalisieren.
Doch die Empörung in der Bevölkerung ließ nicht lange auf sich warten. Viele Anwohner entfernten oder beschädigten die Plakate mit der Begründung, sie seien für den öffentlichen Raum unangemessen. Der Deutsche Werberat wies jedoch eine Beschwerde zurück, die die Abbildungen als "unzüchtig" einstufte, und urteilte, dass sie keine Werbestandards verletzten.
Der 21-jährige Student Julian Rauen, der an dem Projekt mitwirkt, hält die Reaktionen für überzogen. Er berichtet, dass anonyme Hass-Mails noch verletzender seien als die zerstörten Plakate selbst. Rauen argumentiert, dass nackte Brüste nicht automatisch als sexuell oder provokant wahrgenommen werden sollten, und bezeichnet die Kontroverse als übertrieben prüde.
Andreas von Hören, der Leiter des Projekts, zeigte sich überrascht von der Heftigkeit der Debatte. Er verteidigte die Intention der Kampagne und erklärte, die Abbildungen sollten alle Frauen repräsentieren – nicht nur eine bestimmte Gruppe. Die letzte Vorführung des Films ist für den 17. November 2025 geplant, doch die Diskussion über seine Bewerbung ebbt nicht ab.
Eigentlich sollte die Aktion Gespräche in Schulen über Körperbilder und gesellschaftliche Normen anstoßen. Stattdessen löste sie massiven Widerstand aus und entfachte eine grundsätzliche Debatte über Anstand in der Öffentlichkeit. Mit der letzten Filmvorführung noch in Monaten zeigt der Streit, wie sehr die Darstellung des weiblichen Körpers in den Medien nach wie vor polarisiert.