Milo Rau inszeniert spektakuläres Gerichtsverfahren gegen Deutschland in Hamburg
Krzysztof LöfflerRegisseur Milo Rau stellt die AfD im Theater vor Gericht - Milo Rau inszeniert spektakuläres Gerichtsverfahren gegen Deutschland in Hamburg
Hamburger Lessingtage enden mit gewagtem Theaterprojekt
Die Hamburger Lessingtage schließen in diesem Jahr mit einem kühnen Bühnenspektakel ab: Der Schweizer Regisseur Milo Rau inszeniert am Thalia Theater ein dreitägiges Gerichtsverfahren gegen Deutschland, das live auf der Website des Hauses für ein weltweites Publikum übertragen wird.
Das politische Festival, das seit 2010 unter dem damaligen Thalia-Intendanten Joachim Lux stattfindet, wird in diesem Jahr von Matthias Lilienthal kuratiert. Der renommierte Theaterregisseur übernimmt bald die Leitung der Berliner Volksbühne.
Raus Produktion nimmt die Form eines fiktiven Gerichtshofs an, dem Herta Däubler-Gmelin, Deutschlands ehemalige Justizministerin, als Vorsitzende vorsteht. Juristen und Rechtsexperten begleiten die simulierten Verhandlungen, in denen über ein mögliches Verbot der rechtsextremen AfD diskutiert wird.
Der Regisseur ist bekannt für radikale, dokumentarische Inszenierungen, die Realität und Fiktion verschmelzen lassen. Zu seinen früheren Werken zählen Der Kongo-Tribunal (2015), eine fiktive Gerichtsverhandlung über Gräueltaten im Kongo, Die Moskauer Prozesse (2013), eine Nachstellung von Stalins Säuberungen, sowie Hassrede (2017), das Schweizer Fremdenfeindlichkeit in Live-Debatten thematisiert.
Das Gerichtsverfahren gegen Deutschland bildet den Höhepunkt der diesjährigen Lessingtage und verbindet Recht und Theater in einem provokanten Format. Dank Livestream lädt die Veranstaltung zu einer breiten öffentlichen Auseinandersetzung mit der fiktiven juristischen Debatte ein. Die Verhandlungen finden über drei Tage im Thalia Theater statt.
Der Prozess von Milo Rau startet in Hamburg: Zentrale Fälle aufgedeckt
Der fiktive Prozess gegen Deutschland hat im Thalia Theater begonnen, geleitet von der ehemaligen Justizministerin Herta Däubler-Gmelin. Über fünf Vorstellungen werden drei zentrale Fälle verhandelt:
- 'Soll die AfD verboten werden?'
- 'Verherrlicht die AfD Gewalt?'
- 'Soll das Internet für Minderjährige verboten werden?' Milo Rau eröffnete die Veranstaltung mit einer direkten Herausforderung: 'Was bietet die AfD als Alternative für Deutschland? Soll man sie verhindern, wenn man sie ablehnt?' Der Thalia-Intendant Brosda betonte die Rolle des Prozesses bei der Bestätigung demokratischer Werte.






