04 February 2026, 13:23

Pferde bei Karnevalsumzügen: Warum Jacques Tilly sie verbieten will

Ein Bild eines Karnevalsumzugs mit Menschen in bunten Kostümen auf Pferden vor einem geschmückten Schwimmwagen, unter einem klaren blauen Himmel mit Bäumen im Hintergrund.

Schwimmpuppenbauer Jacques Tilly gegen Pferde in Karnevalsumzügen - Pferde bei Karnevalsumzügen: Warum Jacques Tilly sie verbieten will

Der Einsatz von Pferden bei Karnevalsumzügen in Deutschland hat eine neue Debatte ausgelöst. Der renommierte Wagenbauer Jacques Tilly, bekannt für seine scharfsinnigen satirischen Kreationen beim Düsseldorfer Rosenmontagszug, hat sich öffentlich gegen ihre Teilnahme ausgesprochen. Seine Haltung deckt sich mit wachsenden Bedenken hinsichtlich des Tierschutzes und der öffentlichen Sicherheit bei diesen lebhaften Veranstaltungen.

Tilly erklärte kürzlich: "Ich lehne den Einsatz von Pferden in diesen Umzügen ab. Das ist nicht mehr zeitgemäß." Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der die Tierrechtsorganisation PETA die Stadtverantwortlichen in Köln, Düsseldorf und anderen Städten auffordert, Pferde bei Paraden zu verbieten. PETA argumentiert, die Tiere litten unter Stress und seien Gefahren ausgesetzt – Verletzungen oder Panikreaktionen kämen regelmäßig vor.

Unterdessen steckt Tilly selbst in einem separaten juristischen Konflikt. Russische Behörden werfen ihm vor, staatliche Institutionen, darunter das Militär und Präsident Putin, verunglimpft zu haben. Bei einer Verurteilung nach russischem Recht drohen ihm Geldstrafen oder bis zu zehn Jahre Haft.

Die Frage spaltet die Meinungen, doch bisher hat keine große deutsche Stadt ein vollständiges Verbot verhängt. Bonn hat Pferde bereits aus seinen Umzügen verbannt und begründet dies mit Tierschutz und Sicherheit. In Gronau benötigen die Veranstalter nun eine Sondergenehmigung des Stadtamts, doch flächendeckende Beschränkungen gibt es anderswo nicht.

Tillys Kritik verleiht den Forderungen nach einer Reform zusätzliches Gewicht, unterstützt durch PETAs Kampagne. Während einige Städte Schritte unternommen haben, um die Teilnahme von Pferden einzuschränken, finden die meisten Umzüge weiterhin ohne strenge Regeln statt. Die Debatte zeigt das Spannungsfeld zwischen Tradition und modernen Ansprüchen an den Umgang mit Tieren bei öffentlichen Veranstaltungen.