22 December 2025, 19:14

PEM-Studie untersucht die Kritikalit√§t von E-Motor-Materialien

Eine metallene Elektromaschine an einer Wand montiert.

PEM-Studie untersucht die Kritikalit√§t von E-Motor-Materialien

PEM-Studie analysiert Kritikalität von Materialien für E-Motoren

Teaser: Eine Studie der RWTH Aachen untersucht die Schlüsselmaterialien für die Produktion von Elektromotoren – mit Fokus auf deren individuelle Versorgungsrisiken.

22. Dezember 2025, 10:11 Uhr

Europas Bestrebungen, den Verkehr zu elektrifizieren, stoßen auf massive Hindernisse – vor allem wegen der Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten für kritische Rohstoffe. Eine neue Studie der RWTH Aachen zeigt die Risiken auf, die mit Halbleitern, Seltenen Erden und anderen zentralen Komponenten für elektrische Antriebe verbunden sind. Ohne grundlegende Änderungen könnten die ehrgeizigen Ziele für grüne Mobilität in der Region ins Stocken geraten.

Die Untersuchung der PEM-Gruppe der RWTH Aachen bewertete Materialien, die für Elektromotoren unverzichtbar sind, darunter Seltenerdmetalle, Kupfer, Elektroblech, Aluminium, Halbleiter und Isolierstoffe. Zwar sind die Kupferreserven noch ausreichend, doch müssen Recyclingverfahren verbessert werden, um die Qualität zu erhalten. Bei anderen Materialien erweist sich eine Reduzierung des Verbrauchs oft als praktikabler als die Suche nach Ersatzstoffen – angesichts von Kostendruck und technischen Grenzen.

Europas Halbleiterindustrie bleibt stark von asiatischen Zulieferern abhängig. Taiwan und Südkorea dominieren die Produktion, während Europa weniger als 10 Prozent des weltweiten Marktanteils stellt. Ein jüngster Lieferstopp chinesischer Halbleiter legte Schwachstellen offen und löste in Berlin und Brüssel Besorgnis aus. Zudem hinkt die Region bei der Chip-Technologie etwa ein Jahrzehnt hinter der Konkurrenz her, was die Bemühungen um eine lokale Versorgung zusätzlich erschwert. Auch Seltenerdmetalle stellen eine Herausforderung dar: Europa ist hier von China abhängig, da hohe Investitionskosten und technische Komplexität eigene Förderungen hemmen. Eine Umstrukturierung dieser Lieferketten könnte 10 bis 15 Jahre dauern – bis dahin bleibt der Kontinent anfällig für Unterbrechungen. Deutsche und europäische Entwickler setzen daher verstärkt auf Materialeinsparungen und Alternativen, um die Abhängigkeit von kritischen Importen zu verringern.

Die Studie unterstreicht die prekäre Lage Europas bei der Rohstoffsicherung für die E-Mobilität. Ohne beschleunigte Fortschritte in der lokalen Produktion und im Recycling drohen Verzögerungen bei der Verkehrswende. Politik und Wirtschaft müssen diese Lücken nun dringend schließen, um langfristige Rückschläge zu vermeiden.