Neues KiBiz in NRW: Mehr Betreuung, weniger Bürokratie – doch Kritik bleibt
Susan auch SchlauchinNeues KiBiz in NRW: Mehr Betreuung, weniger Bürokratie – doch Kritik bleibt
Neues Kinderbildungsgesetz (KiBiz) in Nordrhein-Westfalen macht großen Schritt vorwärts
In Nordrhein-Westfalen hat das neue Kinderbildungsgesetz (KiBiz) einen wichtigen Meilenstein erreicht. Familienministerin Josefine Paul und führende Verbände unterzeichneten heute die Vereinbarung. Das Vorhaben zielt darauf ab, die Verlässlichkeit der Kinderbetreuung zu verbessern und den bürokratischen Aufwand für Träger zu verringern.
Nach dem neuen Modell wird die Betreuung in Kern- und Randzeiten aufgeteilt. Erzieherinnen und Erzieher müssen die Kinder mindestens fünf Stunden täglich betreuen, während anderes Personal die frühen Morgenstunden und späten Nachmittage abdecken kann. Zudem könnten sich durch die Änderungen auch die Gruppengrößen erhöhen.
Die Landesregierung hat zugesagt, jährlich zusätzliche 200 Millionen Euro für die Kinderbetreuung bereitzustellen. Davon sollen mindestens 50 Millionen Euro in die Einstellung neuen Personals fließen. Weitere 200 Millionen Euro werden für das kommende Jahr freiwillig angeboten, um den Trägern die Umstellung zu erleichtern.
Kritik kommt jedoch von den Kommunen, die die Mittel weiterhin als unzureichend bewerten. Auch Eltern und Gewerkschaften üben Kritik am Kernzeitenmodell und warnen vor einer Verschlechterung der Betreuungsqualität. Trotz der Vorbehalte bezeichnete Ministerin Paul die Unterzeichnung als ein wichtiges Signal für Fortschritt.
Das Ministerium plant nun, bis Ende 2024 einen vollständigen Gesetzentwurf vorzulegen. Wird dieser im nächsten Jahr vom Landtag verabschiedet, tritt das Gesetz im August 2027 in Kraft.
Die Vereinbarung schafft zwar klarere Regeln für die Kinderbetreuung, stößt aber auf Widerstand wegen der Finanzierung und Personalausstattung. Da das Gesetz erst 2027 in Kraft treten soll, bleibt den Trägern Zeit, sich auf die Änderungen vorzubereiten. Die zusätzlichen Mittel sollen den Übergang erleichtern – doch nicht alle sind überzeugt.






