02 February 2026, 08:48

Neue Schutzstellen für Frauen an Berliner und Kölner Großbahnhöfen bewähren sich

Zwei Frauen stehen nebeneinander vor einer blauen Tür, die mit Plakaten bedeckt ist. Eine trägt ein blaues Hemd, schwarze Hosen und eine grüne Mütze, die andere hält ein Papier in der Hand, was darauf hindeutet, dass sie Teil einer Polizeitruppe sind.

Bundespolizistinnen beraten Gewaltopfer: Arzt oder Anzeige? - Neue Schutzstellen für Frauen an Berliner und Kölner Großbahnhöfen bewähren sich

An zwei großen Bahnhöfen der Deutschen Bahn haben Beratungsstellen für von Gewalt betroffene Frauen ihre Arbeit aufgenommen. Die Pilotprojekte am Berliner Ostbahnhof und am Kölner Hauptbahnhof werden ausschließlich von Polizistinnen betreut, die speziell für die Unterstützung von Opfern geschult sind. Seit ihrer Eröffnung haben sie bereits in über 200 Fällen geholfen.

Die erste Anlaufstelle nahm am 15. August 2024 in Berlin ihren Betrieb auf. Die Kölner Einrichtung folgte gut ein Jahr später und öffnete am 29. September 2025 ihre Türen. Beide Standorte bieten Soforthilfe an, darunter die Vermittlung medizinischer Behandlungen oder die Sicherung von Beweismitteln. Die Mitarbeiterinnen unterstützen die Betroffenen zudem bei der Unterbringung in Frauenhäusern oder organisieren, dass Täter vorübergehend aus gemeinsamen Wohnungen verwiesen werden.

Der Bedarf an solchen Angeboten bleibt hoch. Im Jahr 2024 registrierten die deutschen Behörden 187.128 Fälle von häuslicher Gewalt gegen Frauen – ein Anstieg um 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Behördenvertreter führen die Zunahme auf eine mögliche Kombination aus mehr Vorfällen und einer höheren Bereitschaft der Opfer zurück, Gewalt zu melden.

Trotz des offensichtlichen Bedarfs ist die Zukunft dieser Beratungsstellen ungewiss. Die Finanzierung der Pilotprojekte ist nur bis September 2027 gesichert. Zwar laufen derzeit Gespräche über eine Ausweitung ähnlicher Einrichtungen auf weitere Bundesbahnhöfe, doch bis Februar 2026 wurden noch keine neuen Standorte bestätigt.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat die Notwendigkeit stärkerer politischer Maßnahmen gegen häusliche Gewalt anerkannt. Die bisherigen Pilotstellen haben ihren Nutzen unter Beweis gestellt, doch ob sie langfristig bestehen bleiben oder sogar ausgebaut werden, steht noch in den Sternen. Ohne weitere Zusagen könnte das Hilfsangebot für Betroffene an diesen wichtigen Verkehrsknotenpunkten in weniger als zwei Jahren enden.