26 January 2026, 13:19

Münsters radikale Verkehrswende: Weniger Autos, mehr Radwege und Streit im Stadtrat

Eine belebte Stadtstraße in Berlin, Deutschland, mit Fußgängern und Radfahrern, hohen Gebäuden, Bäumen, Laternen und Schildern unter einem bewölkten Himmel.

Münsters radikale Verkehrswende: Weniger Autos, mehr Radwege und Streit im Stadtrat

Münster steht vor einer radikalen Umgestaltung seines Verkehrsnetzes – unter der Führung von Oberbürgermeister Tilman Fuchs von den Grünen. Der im vergangenen Jahr beschlossene Verkehrsentwicklungsplan 2035 zielt auf ein klimaneutrales System ab, das den Autoverkehr reduziert und stattdessen Radfahren, Zu-Fuß-Gehen und den öffentlichen Nahverkehr stärkt. Doch die ehrgeizigen Pläne stoßen bereits auf Widerstand der größten Fraktion im Stadtrat.

Geplant ist die Ausweitung von Tempo-30-Zonen in ganz Münster, wobei in einigen Außenbezirken Durchgangsverkehr und schwere Lkw eingeschränkt werden sollen. Öffentliche Parkplätze für Autos werden verringert, um Platz für neue Radwege und Busspuren zu schaffen. Bestimmte Straßen werden zu Fahrradprioritätszonen, in denen Radfahrer Vorfahrt vor Kraftfahrzeugen haben.

Der Ausbau und Neubau der Radinfrastruktur allein könnte Dutzende Millionen Euro kosten – ein einzelnes Projekt ist bereits mit 50 Millionen Euro veranschlagt. Die Stadt strebt sicherere Straßen, bessere Luftqualität und einen barrierefreien, für alle Bürger zugänglichen Verkehr an. Auch digitale Vernetzung und inklusives Design sind zentrale Ziele.

Die CDU, größte Oppositionspartei in Münster, kritisiert die grün-rote Koalition jedoch als "autofeindlich". Gegner der Pläne argumentieren, die Maßnahmen benachteiligten Autofahrer, ohne realistische Alternativen zu bieten.

Der Verkehrsentwicklungsplan 2035 wird die Mobilität in Münster in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Bei vollständiger Umsetzung könnte er Emissionen senken, die Verkehrsgefahren verringern und die Prioritäten hin zu Fußgängern, Radfahrern und Bussen verschieben. Doch die Stadt steht nun vor der Herausforderung, die Finanzierung und Umsetzung zu meistern – und gleichzeitig den wachsenden politischen Widerstand zu überwinden.