Mönchengladbachs Militärflächen werden zu Bundeswehrstandort und Abschiebeunterkunft umgenutzt
Karlheinz MiesMönchengladbachs Militärflächen werden zu Bundeswehrstandort und Abschiebeunterkunft umgenutzt
Die ehemaligen Militärstandorte in Mönchengladbach stehen vor tiefgreifenden Veränderungen, nachdem Bund, Land und Kommune gemeinsame Vereinbarungen getroffen haben. Das ehemalige Joint Headquarters (JHQ) wird zu einer neuen Bundeswehr-Liegenschaft umgebaut, während die Niederrheinkaserne künftig sowohl ein Abschiebeunterkunft als auch ein Depot für Elektrobusse beherbergen soll. Die Beschlüsse stoßen bei Stadtvertretern und Politikern auf geteilte Reaktionen.
Bund und Land bestätigten, dass das Gelände des ehemaligen JHQ künftig von der Bundeswehr genutzt wird. Gleichzeitig plant das Land Nordrhein-Westfalen auf dem Areal der Niederrheinkaserne den Bau einer Unterkunft mit 140 Plätzen für abschiebepflichtige Personen. Die Landesministerin für Flüchtlinge und Integration, Josefine Paul, betonte, die Einrichtung sorge für "rechtssichere und geordnete Abschiebungen".
Parallel dazu wird das Gelände der Niederrheinkaserne in der Nähe der Autobahnausfahrt Nord an den lokalen Versorger NEW verkauft. Dort entsteht ein nachhaltiges Busdepot für die vollständig elektrifizierten Fahrzeugflotten von Mönchengladbach und Viersen. Mit den Bauarbeiten soll – vorbehaltlich der Genehmigungen und Finanzierung – im Frühling oder Sommer 2026 begonnen werden. Bürgermeister Felix Heinrichs begrüßte die Bundeswehr-Entscheidung als "Meilenstein für die grüne und wirtschaftliche Wende" der Stadt. Gleichzeitig kündigte er an, mit dem Land nachverhandeln zu wollen, da die aktuelle Vereinbarung kaum Spielraum für gewerbliche Nutzungen lässt – ein zentraler Baustein für die lokale Entwicklung. NRW-Finanzminister Dr. Marcus Optendrenk lobte das Ergebnis als "ausgewogene Lösung für alle Beteiligten".
Doch es gibt auch Widerstand: Die SPD-Fraktion im Stadtrat kritisierte die Landespläne scharf und warf vor, sie gefährdeten die wirtschaftlichen Perspektiven Mönchengladbachs. Sie forderte eine zügige Überarbeitung. Auch der CDU-Landtagsabgeordnete Jochen Klenner drängte auf eine Prüfung der Bundes- und Landesnutzungen im JHQ, um Flächen für kommunale Gewerbeprojekte zu sichern.
Die Umnutzung der ehemaligen Militärstandorte bringt Mönchengladbach sowohl bundesweite als auch lokale Infrastrukturprojekte. Während Bundeswehr-Ausbau und Abschiebeunterkunft voranschreiten, ringt die Stadt um Anpassungen, um wirtschaftliche Interessen zu wahren. Das für 2026 geplante E-Bus-Depot markiert zudem einen Schritt hin zu einem nachhaltigen ÖPNV in der Region.






