04 February 2026, 21:22

Machtkampf in der NRW-AfD: Jacobi und Zaum fordern Vincentz heraus

Ein deutsches Propagandaplakat mit zwei Männern auf einem Sofa, mit Text zur Förderung der Nazi-Partei.

Machtkampf in der NRW-AfD: Jacobi und Zaum fordern Vincentz heraus

In der nordrhein-westfälischen AfD formiert sich ein Führungsstreit. Fabian Jacobi und Christian Zaum haben sich zusammengeschlossen, um den amtierenden Landesvorsitzenden Martin Vincentz abzulösen. Ihr Vorstoß legt tiefe Gräben innerhalb der Partei offen – mit Unterstützung sowohl aus Landesverbänden als auch von prominenten Kritikern von Vincentz' Führung.

Der Machtkampf ist das Ergebnis monatelanger innerparteilicher Querelen, die durch Personalstreitigkeiten und Vorwürfe mangelnder Konsequenz bei Disziplinarmaßnahmen unter Vincentz angeheizt wurden.

Das gemeinsame Ticket von Jacobi und Zaum entstand Anfang 2026 und stieß in Deutschland auf unterschiedlich starke Resonanz. Bis Ende Januar sicherte sich Jacobi in ostdeutschen Bundesländern wie Sachsen und Thüringen über 60 Prozent Zustimmung. Zaum hingegen gewann in westdeutschen Regionen wie Baden-Württemberg an Fahrt, wo seine Unterstützung bei etwa 45 Prozent lag. Diese Spaltung wurde auf dem AfD-Parteitag im Januar 2026 in Essen deutlich sichtbar.

Ihre Herausforderung findet Rückhalt bei Schlüsselverbündeten, darunter Vincentz' beiden Stellvertretern – Sven Tritschler und Enxhi Seli-Zacharias – sowie dem rechtspopulistischen Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich. Vincentz-Kritiker werfen ihm Doppelstandards vor, insbesondere bei der Ahndung von Fehlverhalten durch Gefolgsleute wie Klaus Esser.

Doch auch die Herausforderer selbst sind nicht unumstritten. Jacobi bleibt eine polarisierende Figur, vor allem wegen seiner Rolle beim Ausschluss der AfD von der Bremer Bürgerschaftswahl 2023. Zaum wiederum stand intern in der Kritik, nachdem er ein Parteiausschlussverfahren überstanden hatte, das wegen seiner Blockadehaltung gegenüber Neuaufnahmen eingeleitet worden war.

Der Führungsstreit spiegelt die grundsätzlichen Spannungen im nordrhein-westfälischen AfD-Verband wider, wo Vincentz' Personalentscheidungen wiederholt für Konflikte gesorgt haben. Während Befürworter von Jacobi und Zaum argumentieren, ihr Vorhaben könne die Partei stabilisieren, warnen Gegner vor einer weiteren Zersplitterung.

Das Ergebnis der Vorstandswahl wird entscheiden, ob Vincentz an der Spitze bleibt oder die Herausforderer die Ausrichtung des Landesverbandes neu prägen. Angesichts der regionalen und ideologischen Spaltungen könnte das Votum auch Auswirkungen auf die Gesamtstrategie der AfD in Nordrhein-Westfalen haben. Eine Entscheidung wird in den kommenden Wochen erwartet.