27 March 2026, 06:29

Kürzere Arbeitszeiten für Bus- und Bahnfahrer in NRW – doch wer zahlt die Rechnung?

Plakat mit einer Bahn auf einem Gleis mit mehreren Menschen in der Nähe, bewirbt "The American Jobs Plan Will Expand Affordable Public Transportation."

Kürzere Arbeitszeiten für Bus- und Bahnfahrer in NRW – doch wer zahlt die Rechnung?

Beschäftigte im Öffentlichen Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen erhalten kürzere Arbeitszeiten bei vollem Lohnausgleich. Ab Juli 2027 wird die Wochenarbeitszeit schrittweise von 39 auf 38,5 Stunden reduziert, bis Mitte 2028 dann auf 38 Stunden sinkt. Die Vereinbarung sieht zudem bessere Schutzregelungen für kurzfristig Beschäftigte sowie höhere Sonntagszuschläge vor.

Vor diesem Tarifabschluss verdienten Bus- und Bahnfahrer in der Region rund 2.352 Euro brutto monatlich bei einer 40-Stunden-Woche – umgerechnet etwa 14,70 Euro pro Stunde. Damit lagen sie unter dem bundesweiten Median von 3.522 Euro für vergleichbare Tätigkeiten; in Köln verdienten Fahrer fast 3.900 Euro im Monat.

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Die neuen Regelungen verlängern die gesetzlichen Ruhezeiten für Mitarbeiter. Gleichzeitig steigen die Sonntagszuschläge, was die finanziellen Belastungen für die Verkehrsbetriebe erhöht. Um das gleiche Servicelevel mit weniger Arbeitsstunden aufrechtzuerhalten, könnten zusätzliche Mitarbeiter eingestellt werden müssen – was die Personalkosten weiter in die Höhe treibt.

Betriebe wie die in Solingen müssen mit höheren Ausgaben durch gestiegene Zuschläge und zusätzliche Freitage rechnen. Ungeklärt bleibt jedoch, wer diese Mehrkosten trägt: Öffentliche Träger, Behörden oder am Ende die Fahrgäste? Zwar gilt eine sofortige Preiserhöhung als unwahrscheinlich, langfristig könnten jedoch Anpassungen folgen.

Schon vor dem Tarifabschluss hinkten die Durchschnittslöhne von Bus- und Bahnfahrern in Nordrhein-Westfalen hinter den bundesweiten Werten her. Zum Vergleich: LKW-Fahrer in Deutschland verdienten im Schnitt etwa 2.727 Euro monatlich (rund 13,60 Euro/Stunde), während Beschäftigte im Öffentlichen Nahverkehr in Köln fast 19,40 Euro pro Stunde erhielten. Die neuen Bedingungen sollen den Beruf attraktiver machen – doch die Finanzierung bleibt vorerst offen.

Die Vereinbarung bringt zwar bessere Arbeitsbedingungen – kürzere Arbeitszeiten und höhere Sonntagszuschläge – doch die finanzielle Belastung für die Verkehrsbetriebe könnte langfristig zu Ticketpreiserhöhungen führen. Fahrgäste in Regionen wie Solingen müssen sich möglicherweise auf teurere Fahrscheine einstellen.

Quelle