07 January 2026, 17:18

Kriminalbeamte fordern strengere Schließfach-Kontrollen gegen Geldwäsche nach spektakulärem Raub in Gelsenkirchen

Ein Schwarz-Weiß-Bild einer belebten Marktplatzszene mit Menschen, die gehen und stehen, Geschäften mit hängenden Kleidern, Gebäuden mit Fenstern, einem Eimer und einem Namensschild, mit einem Wasserzeichen im rechten oberen Eck.

Kriminalermittler fordern Kontrollmechanismen für Safe-Depots - Kriminalbeamte fordern strengere Schließfach-Kontrollen gegen Geldwäsche nach spektakulärem Raub in Gelsenkirchen

Bund Deutscher Kriminalbeamter fordert schärfere Kontrollen für Schließfächer zur Bekämpfung von Geldwäsche

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) drängt auf strengere Regelungen für Schließfächer, um die Geldwäsche effektiver zu bekämpfen. Oliver Huth, Landesvorsitzender des BDK in Nordrhein-Westfalen, kritisiert, dass die derzeitige fehlende Regulierung es Kriminellen erleichtere, das System auszunutzen. Seine Warnungen erfolgen nach einem spektakulären Raubüberfall in Gelsenkirchen, bei dem Diebe fast alle 3.250 Schließfächer einer Sparkassen-Filiale geplündert hatten.

Der Einbruch in Gelsenkirchen wurde am 29. Dezember entdeckt, nachdem ein Feueralarm die Behörden alarmiert hatte. Die Täter waren in einen Archivraum eingedrungen, hatten ein großes Loch in den Tresor gebohrt und Zugriff auf nahezu jedes Kundenfach erlangt. Die Polizei vermutet, dass die Beute möglicherweise über mehrere Tage abtransportiert wurde – bisher gab es jedoch keine Festnahmen.

Eine spezielle Ermittlungsgruppe mit dem Namen „Bohrer“ untersucht den Vorfall nun. Beamte durchsuchten die Räumlichkeiten der Sparkasse nach Beweismaterial, doch weder die Bank noch ihre Mitarbeiter stehen unter Verdacht. Die Täter sind weiterhin unbekannt. Huth kritisiert seit Langem die mangelnde Überwachung bei der Nutzung von Schließfächern. Laut der sechsten EU-Geldwäscherichtlinie unterliegen diese weiterhin keiner Regulierung – jeder kann Gegenstände ohne Prüfung einlagern. Zwar könnten einige Mieter Opfer sein, die Familienerbstücke sichern wollen, doch andere Fälle – wie der einer Kindergärtnerin, bei der 300.000 Euro Bargeld gefunden wurden – weckten erhebliche Zweifel.

Huth argumentiert, dass es keinen nachvollziehbaren Grund gebe, große Bargeldbeträge in einem Schließfach statt auf einem Bankkonto aufzubewahren. Das aktuelle System ermögliche es der organisierten Kriminalität faktisch, eine „Freifahrtkarte“ für die Verdeckung illegaler Gelder zu nutzen. Die Forderung des BDK nach einer Reform zeigt die Lücken in der finanziellen Aufsicht auf. Ohne Regulierung bieten Schließfächer weiterhin Anonymität – sowohl für legitime Nutzer als auch für potenzielle Kriminelle. Die Behörden haben die gestohlenen Gegenstände bisher weder sichergestellt noch die Verantwortlichen für den Gelsenkirchener Coup identifiziert.