25 December 2025, 11:07

Kölner Verkehrsausschuss beschließt Shared Space und sichere Schulwege trotz politischer Gräben

Eine vielbefahrene Straße mit Fahrrädern, Autos und anderen Fahrzeugen, mit Bäumen und Gebäuden im Hintergrund.

Kölner Verkehrsausschuss beschließt Shared Space und sichere Schulwege trotz politischer Gräben

Kölner Verkehrsausschuss trifft wegweisende Entscheidungen nach hitzigen Debatten

Der Kölner Verkehrsausschuss hat nach einer Reihe kontroverser Diskussionen zentrale Weichen für die lokale Infrastruktur gestellt. Der neu gewählte Oberbürgermeister Torsten Burmester steht dabei einem zersplitterten Stadtrat vor, in dem sich bisher keine klare Koalition gebildet hat. Im Mittelpunkt der Beschlüsse standen vor allem Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und die Gestaltung von Schulwegen.

Thematisiert wurden zudem Gleissperrungen, Busverbindungen und die Sicherheit von Fußgänger:innen – in vielen Fällen führten Kompromisse zu tragfähigen Lösungen.

In einer Sitzung, die trotz unterschiedlicher Positionen von breiter Zustimmung geprägt war, ging es um vielfältige verkehrspolitische Herausforderungen. Eine zentrale Entscheidung betraf die Ferdinand-Stucker-Straße, wo ein gemeinsamer Verkehrsraum („Shared Space“) genehmigt wurde, um den Verkehr bis zur Bahnquerung zu verlangsamen. Zwar bleibt der Übergang vorerst geöffnet, doch behielten sich die Verantwortlichen eine spätere Schließung vor, falls nötig.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Schulwegplanung. Die Verwaltung wurde beauftragt, neue Fahrradrouten für die NCG und die Kleefeld-Schulen zu schaffen – ohne Überschneidungen mit bestehenden Wegen. Gleichzeitig unterstützte die Grünen-Fraktion Pläne für eine „School Street“ an der Hand-Grundschule, um die Sicherheit der Kinder zu erhöhen.

Auch der ÖPNV stand im Fokus: Da die S11-Linie eingestellt werden soll, forderten die Ausschussmitglieder eine gründliche Prüfung der Ersatzbusverbindungen. SPD und Grüne setzten sich für einen barrierefreien Zugang zur KVB-Haltestelle Thielenbruch ein, inklusive ausgebauter Radwege. Die CDU wiederum schlug eine direkte Busverbindung vom Bahnhof Bergisch Gladbach zum Kölner Hauptbahnhof vor, doch diese Idee wird noch geprüft.

In anderen Debatten setzte die CDU durch, dass zunächst nur die Möglichkeit einer Verlegung von drei Bäumen vor dem Rathaus geprüft wird – eine verbindliche Umsetzung steht noch aus. Der Seniorenbeirat kritisierte zudem den maroden Straßenbelag auf der Buchmühlenstraße und forderte Sanierungsmaßnahmen.

Hinter den sachpolitischen Diskussionen schwelen weiterhin politische Spannungen. Burmester, der sein Amt Anfang November 2025 nach einem Sieg gegen die grüne Kandidatin Berîvan Aymaz antrat, regiert einen Rat ohne stabile Mehrheit. In einer Erklärung vom 8. November bestätigte er, dass sich keine klassische Koalition gebildet habe – die Regierungsfähigkeit bleibt damit unsicher.

Die Beschlüsse des Ausschusses werden den Verkehr in Teilen Kölns prägen: von ruhigeren Wohnstraßen bis zu sicheren Schulwegen. Während die Umgestaltung der Ferdinand-Stucker-Straße und die S11-Ersatzbusse nun konkret voranschreiten, harren andere Vorhaben – wie die direkte Busanbindung nach Bergisch Gladbach – noch der finalen Entscheidung.

Angesichts des gespaltenen Rates wird Burmesters Verwaltung weitere Verhandlungen führen müssen, um aus den Plänen Wirklichkeit werden zu lassen. Die nächsten Schritte hängen von Finanzierung, Bürgerfeedback und politischer Zusammenarbeit ab.