Köln eröffnet umstrittenes Drogenhilfezentrum trotz Anwohnerprotesten
Karlheinz MiesKöln eröffnet umstrittenes Drogenhilfezentrum trotz Anwohnerprotesten
In der Stadt Köln soll im Stadtteil Pantaleonsviertel ein neues Drogenhilfezentrum eröffnet werden. Der Stadtrat hat trotz Bedenken der Anwohner grünes Licht gegeben. Bis 2027 sind zudem drei weitere Einrichtungen in der Stadt geplant.
Das Zentrum am Perlengraben wird rund um die Uhr, an jedem Tag des Jahres geöffnet sein. Sein Hauptzweck besteht darin, den Drogenkonsum von der Straße zu holen, indem es überwachte Konsumräume, Ruhezonen, Hygieneeinrichtungen und Notunterkünfte anbietet. Harald Rau, Sozialdezernent der Stadt, betonte, dass Fachleute empfehlen, solche Zentren in der Nähe bekannter Drogenbrennpunkte anzusiedeln.
Anwohner haben jedoch Widerspruch eingelegt und fragen, wie Suchtkranke unterstützt werden sollen und welche Auswirkungen die Einrichtung auf ihr Viertel haben wird. Auch nahegelegene Schulen und Anwohner äußerten Bedenken hinsichtlich Sicherheit und Sauberkeit. Parallel zum neuen Zentrum plant die Stadt, in der umliegenden Nachbarschaft strengere Strafen für öffentlichen Drogenkonsum einzuführen.
Doch damit nicht genug: Bis 2027 sind drei weitere Zentren in den Stadtteilen Kalk, Lindenthal und Nippes vorgesehen. Zwei zusätzliche Standorte könnten folgen, wobei deren genaue Lage noch nicht feststeht. Ab 2027 fließen zudem zusätzliche Mittel in Suchtpräventionsprogramme.
Das neue Zentrum bringt betreute Hilfsangebote in ein besonders betroffenes Gebiet. Mit seiner Eröffnung gehen verschärfte Regeln für den öffentlichen Drogenkonsum einher. Gleichzeitig baut die Stadt in den kommenden Jahren ihr Netz an Suchthilfeeinrichtungen weiter aus.