Historischer Kartellprozess um Edelstahl-Preisabsprachen beginnt in Düsseldorf
Susan auch SchlauchinStahlrohr-Prozesse: Gab es Absprachen zwischen Herstellern? - Historischer Kartellprozess um Edelstahl-Preisabsprachen beginnt in Düsseldorf
Ein großer Gerichtsprozess wegen angeblicher Preisabsprachen in der Edelstahlbranche beginnt an diesem Mittwoch in Düsseldorf. Der Prozess folgt auf Bußgelder in Höhe von 355 Millionen Euro, die das Bundeskartellamt gegen Unternehmen und Beteiligte des Kartells verhängt hatte. Zwei Firmen und ein Manager haben gegen die Entscheidung Berufung eingelegt, was zu dem aktuellen Verfahren führte.
Die Ermittlungen, bekannt als das „Edelstahl-Verfahren“, begannen im November 2015, nachdem Kartellbehörden mehrere Unternehmen durchsucht hatten. Der Anstoß kam von einem der beteiligten Unternehmen, das um Milde ersuchte und mögliche Absprachen aufdeckte.
Zwischen Ende 2002 und Anfang 2016 werden zwei Unternehmen und deren Führungskräfte beschuldigt, heimlich Preise mit acht weiteren Herstellern und zwei Branchenverbänden abgestimmt zu haben. Die mutmaßlichen Absprachen betrafen zentrale Preiselemente im Verkauf von Edelstahl.
2018 und 2021 verhängte das Bundeskartellamt gegen zehn Unternehmen, zwei Verbände und siebzehn Personen insgesamt Bußgelder in Höhe von 355 Millionen Euro. Nun wird das Oberlandesgericht Düsseldorf über die Berufungen entscheiden. Das Gericht hat bereits 17 weitere Verhandlungstermine angesetzt; das Verfahren soll voraussichtlich bis Ende Januar andauern.
Das Urteil in diesem Fall könnte weitreichende Folgen für die beteiligten Unternehmen und Personen haben. Scheitern die Berufungen, bleiben die ursprünglichen Strafen bestehen und unterstreichen die Konsequenzen wettbewerbswidrigen Verhaltens. Zudem wird der Prozess die Wirksamkeit des deutschen Kartellvollzugssystems auf die Probe stellen.






