29 March 2026, 16:33

Heino rockt Solidaritätskonzert für entlassenen Feuerwehr-Schiedsrichter Richard Mänder

Eine Gruppe von Menschen, die auf dem Boden vor einer Menge sitzen, die Fahnen und Transparente hält, bei einer Demonstration in Berlin. Im Hintergrund sind eine Statue, ein Mikrofonständer und Gebäude zu sehen.

Heino rockt Solidaritätskonzert für entlassenen Feuerwehr-Schiedsrichter Richard Mänder

Eine umstrittene Entlassung in der deutschen Feuerwehrgemeinschaft hat eine Welle der Solidarität für Richard Mänder ausgelöst, einen ehemaligen Schiedsrichter bei Bundeswettkämpfen der Feuerwehren. Der 54-Jährige aus Bad Belzig wurde von seinen Aufgaben enthoben, nachdem er bei einer Meisterschaftsveranstaltung die verbotene erste Strophe der deutschen Nationalhymne gespielt hatte. Als Reaktion veranstaltete der legendäre Schlagersänger Heino ein Solidaritätskonzert in Mänders Heimatstadt, das Hunderte von Besuchern anzog und die Debatte über Meinungsfreiheit und politische Symbolik neu entfachte.

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Der Streit begann bei den Bundeswettkämpfen der Feuerwehren 2025 in Torgau, Sachsen. Mänder, ein langjähriger Schiedsrichter, hatte die erste Strophe der Nationalhymne – eine Fassung, die mit der NS-Vergangenheit Deutschlands verbunden wird – in seine Playlist aufgenommen. Der Deutsche Feuerwehrverband entzog ihm umgehend alle Schiedsrichterrollen und begründete dies mit Verstößen gegen die Wettbewerbsregeln.

Mänder wies rechtsextreme Tendenzen von sich und bezeichnete den Vorfall als "Missverständnis", weigerte sich jedoch, die volle Verantwortung zu übernehmen. Seine Entlassung löste dennoch Proteste aus. Heino, bekannt für seine Aufnahme der vollständigen Hymne in den 1970er-Jahren, verurteilte die Entscheidung als überzogen. Sein Manager, Helmut Werner, bezeichnete Kritiker als "ahnungslose Analphabeten" und argumentierte, Mänder verdiene eine zweite Chance.

Am Samstag versammelten sich etwa 800 Menschen in Bad Belzig zu Heinos Konzert. Die Menge tanzte zu Hits wie Karamba, Karacho, ein Whiskey und Die schwarze Barbara, während einige Männer während der Auftritte Ostdeutschland, Ostdeutschland! skandierten. Feuerwehrleute aus Sachsen und Thüringen nahmen aus Solidarität teil und nannten Mänders Strafe unverhältnismäßig. Auch die Schlagersängerin Melanie Müller war dabei und jubelte, als Heino Layla spielte.

Das Konzert zog auch politische Aufmerksamkeit auf sich. Lars Schieske, AfD-Bundestagsabgeordneter, lobte die Veranstaltung auf Instagram als Zeichen "eng zusammenstehender Gemeinschaft". Unterdessen warnte der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes, dass Mänders Pläne, künftig eigene Meisterschaften auszurichten, die Feuerwehr weiter spalten könnten.

Der Deutsche Feuerwehrverband bleibt bei seiner Entscheidung und hat Mänder dauerhaft von zukünftigen Wettbewerben ausgeschlossen. Sein Fall hat die Spannungen zwischen Tradition, Meinungsfreiheit und dem sensiblen Umgang der Feuerwehr mit historischer Verantwortung offenbart. Da Heinos Konzert die Debatte weiter anheizt, wird der Streit voraussichtlich über Bad Belzig hinausreichen und bundesweit in Feuerwehrkreisen diskutiert werden.

Quelle