14 March 2026, 06:58

Günther Jauch kauft Loriots legendäres Haus am Starnberger See

Ein altes Schwarz-Weiß-Zeichnung eines Wohnzimmers mit einer Couch, Stühlen, einem Tisch, Kissen, Vorhängen und dem Text "Bernhard Pankke in Stuttgart" unten.

Günther Jauch kauft Loriots legendäres Haus am Starnberger See

Günther Jauch hat das ehemalige Wohnhaus von Vicco von Bülow am Starnberger See erworben. Das Anwesen, das einst dem legendären Humoristen Loriot gehörte, besitzt große kulturelle Bedeutung. Jauchs Entscheidung könnte seine tiefe Wertschätzung für von Bülows Humor und Vermächtnis widerspiegeln.

Jauch hat bereits Erfahrung mit der Bewahrung bedeutender Kulturstätten. So unterstützte er zuvor die Restaurierung des Marmorpalais am Heiligen See in Potsdam und zeigte damit sein Engagement für den Denkmalschutz.

Vicco von Bülow, mit bürgerlichem Namen Bernhard Viktor Christoph Karl von Bülow, entstammte einer adligen mecklenburgischen Familie. Ihr Wappen zierte ein goldener Pirol, der ihm den Künstlernamen Loriot einbrachte. Noch vor seiner Film- und Fernsehkarriere veröffentlichte er in den 1950er-Jahren humorvolle Bücher wie Der gute Ton – Ein unentbehrlicher Ratgeber für feine Leute und Glücklich vergriffen – Zwei Fachleute verraten 20 erprobte Liebestricks.

Zu seinen späteren Werken zählen zwei Kinofilme: Ödipussi (1988) und Pappa ante Portas (1991), beide mit Evelyn Hamann in der Hauptrolle. Viele seiner Sketche und Filme entstanden an anderen Orten – so wurde Pappa ante Portas in den Bavaria Filmstudios in München sowie in Garmisch-Partenkirchen gedreht. Auch die Seebrücke in Ahlbeck auf Usedom diente als Kulisse für die Geburtstagsfeier von Renate Lohses Mutter. Andere Produktionen wie die Ödipus-Sketche der 1970er-Jahre wurden in Hamburg gedreht, während Folgen von Loriots Großem Sketchbuch in den WDR-Studios in Köln entstanden.

Trotz der Prominenz des Hauses wurden dort nur wenige Werke Loriots gedreht. Eine Ausnahme bildet das chaotische Wohnzimmer aus dem Sketch Wohnungsverwüstung von 1976, in dem die Möbel scheinbar ein Eigenleben entwickeln. Ein weiteres ikonisches Setting ist der Speisesaal der Familie Lohse in Pappa ante Portas, der durch seine vertraute, aber leicht veränderte Atmosphäre auffällt – vor allem durch die Abwesenheit von Dieter Lohse am Tisch.

Der Kauf von Loriots Haus am Starnberger See unterstreicht Jauchs Bestreben, kulturelle Stätten zu bewahren. Zwar diente das Anwesen selten als Drehort, doch bleibt es eng mit der kreativen Welt des Komikers verbunden. Für Fans von Loriots Werk dürfte der Verkauf ein weiteres Kapitel in der Bewahrung seines bleibenden Einflusses auf den deutschen Humor sein.

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