Freispruch für Akif Pirincci: Bonner Gericht kippt Volksverhetzungsurteil
Karlheinz MiesAutor Pirincci in Bonn von Anstiftung-Anklage freigesprochen - Freispruch für Akif Pirincci: Bonner Gericht kippt Volksverhetzungsurteil
Autor Akif Pirincci vom Landgericht Bonn von Volksverhetzungsvorwürfen freigesprochen
Das Bonner Landgericht hat den Schriftsteller Akif Pirincci von dem Vorwurf der Volksverhetzung freigesprochen. Das Urteil kippt frühere Verurteilungen und folgt auf einen langjährigen Rechtsstreit um einen umstrittenen Blogbeitrag. Pirincci, einst bekannt für einen Bestseller über einen Kater als Detektiv, entwickelte sich später zu einer prägenden Figur in rechtsextremen Kreisen.
Auslöser des Verfahrens war ein 2022 auf Pirinccis Website Der kleine Akif veröffentlichter Blogbeitrag. Ein Jahr später verurteilte ihn das Amtsgericht Bonn wegen Volksverhetzung zu neun Monaten Haft ohne Bewährung. 2024 mildert das Landgericht Bonn das Urteil auf acht Monate Bewährung ab – allerdings erst in der Berufungsinstanz.
Das Oberlandesgericht Köln griff später ein und hob die Entscheidung teilweise auf. Es urteilte, dass zumindest eine plausible Auslegung von Pirinccis Äußerungen die Schwelle zu einer Straftat nicht erreiche. Der Fall wurde daraufhin zur Neuverhandlung zurückverwiesen. Pirincci war 1989 mit Felidae, einem Krimi um einen ermittelnden Kater, schlagartig bekannt geworden. Im Laufe der Jahre wandelte sich sein Fokus: Er veröffentlichte rechtspopulistische Bücher und trat als Redner bei Pegida-Kundgebungen auf, einer anti-islamischen und migrationskritischen Bewegung. Am 27. Oktober 2025 sprach ihn das Landgericht Bonn im Berufungsverfahren schließlich frei. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig und kann weiter angefochten werden.
Der Freispruch markiert eine entscheidende Wende in einem Verfahren, das bereits mehrere Instanzen durchlaufen hat. Zwar entgeht Pirincci damit einer Haftstrafe, doch der Rechtsstreit könnte sich bei weiteren Revisionen noch hinziehen.