Fords Europa-Strategie wackelt: Jobabbau, Renault-Deal und sinkende Marktanteile
Krzysztof LöfflerFords Europa-Strategie wackelt: Jobabbau, Renault-Deal und sinkende Marktanteile
Fords Zukunft in Europa steht auf der Kippe, da das Unternehmen vor großen Herausforderungen steht. Stellenabbau, sinkende Marktanteile und ein Strategiewechsel werfen Fragen über die langfristigen Pläne des Konzerns auf. Gewerkschaften zeigen sich skeptisch gegenüber einer neuen Partnerschaft mit Renault und fürchten, sie könnte an frühere Misserfolge anknüpfen.
Das Ford-Werk in Köln, einst ein wichtiger Standort mit 50.000 Beschäftigten, wird bis 2027 etwa 3.700 Arbeitsplätze abbauen – nur noch 7.800 Stellen bleiben erhalten. Die Auslastung der Fabrik liegt derzeit bei mageren 26 Prozent, weit unter der Rentabilitätsgrenze, was auf die schwachen Verkaufszahlen der elektrischen Modelle Explorer und Capri zurückzuführen ist.
Der Marktanteil des Unternehmens in Europa ist auf knapp über drei Prozent gesunken und liegt damit hinter Konkurrenten wie Hyundai und Kia. Analysten führen dies auf falsche Produktentscheidungen, hohe Preise und den zu späten Einstieg in die falschen Segmente zurück. Auch die Einstellung günstiger Modelle wie des Fiesta ohne adäquaten Nachfolger hat den Absatz belastet.
Ende 2024 kündigte Ford eine Kooperation mit Renault an, um im französischen Werk Douai neue, preiswerte Personenwagen zu produzieren. Doch die Gewerkschaften bleiben misstrauisch und vergleichen das Vorhaben mit der Übernahme von Opel durch Peugeot und der späteren Eingliederung in den Stellantis-Konzern. Unterdessen hat Ford in den USA nach politischem Druck auf CEO Jim Farley die Strategie geändert: Die zweite Generation der E-Autos wurde gestrichen, und es musste eine Abschreibung in Höhe von 19,5 Milliarden Dollar vorgenommen werden.
Seit November 2024 leitet ein neuer Chef die europäische Ford-Sparte, dessen Name jedoch noch nicht öffentlich bekannt gegeben wurde. Das Unternehmen betont zwar, man bleibe der Elektrifizierung in Europa verpflichtet – doch die Zukunft hängt nun davon ab, den Absatzrückgang zu stoppen und das Vertrauen zurückzugewinnen.
Für Fords europäisches Geschäft beginnt eine entscheidende Phase. Angesichts von Stellenstreichungen, schrumpfenden Marktanteilen und Zweifeln an der Renault-Partnerschaft muss der Konzern die Produktion stabilisieren und das Kundenvertrauen wiederherstellen. Der Erfolg der neuen, günstigeren Modelle wird maßgeblich darüber entscheiden, ob sich der aktuelle Abwärtstrend umkehren lässt.