24 March 2026, 16:30

Florentina Holzingers Sancta kehrt mit radikaler Frauen-Perspektive an die Stuttgarter Oper zurück

Plakat für das Théâtre de l'Opéra in Paris mit einer Frau in einem weißen Kleid mit einem blauen Schal, Text 'Theater der Oper' und einem tiefblauen Hintergrund mit Sternen.

Florentina Holzingers Sancta kehrt mit radikaler Frauen-Perspektive an die Stuttgarter Oper zurück

Florentina Holzingers provokante Opernperformance Sancta kehrt im Herbst an die Staatsoper Stuttgart zurück

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Die Produktion, die weibliche Selbstbestimmung innerhalb der christlichen Geschichte neu interpretiert, wird am 3., 4. und 5. Oktober sowie am 1. und 2. November aufgeführt – wobei die Tickets für die November-Termine bereits ausverkauft sind.

Sancta lässt sich von Paul Hindemiths umstrittenem Werk Sancta Susanna (1921) inspirieren, einer Oper, die einst wegen ihrer freizügigen Darstellung weiblicher Begierde und religiöser Bildsprache abgelehnt wurde. Holzinger greift diese Themen auf und erkundet, wie Frauenkörper und Autonomie in der Kirchentradition unterdrückt wurden. Ihre Performance verbindet religiöse Symbolik, Körperpolitik und Fragen nach Gemeinschaft – alles basierend auf Hindemiths ursprünglicher Partitur.

Die Uraufführung von Sancta sorgte für Aufsehen: Trotz einer Trigger-Warnung benötigten 18 Zuschauer:innen medizinische Hilfe. Die Produktion entwickelte sich während eines intensiven Probenprozesses weiter, wobei bis zur Premiere neue Elemente hinzugefügt wurden.

Die Leitung der Aufführung übernimmt die Dirigentin Marit Strindlund, bekannt für ihr Wirken im zeitgenössischen und experimentellen Musiktheater. Sie wurde persönlich von Viktor Schoner, dem Intendanten der Stuttgarter Oper, für das Projekt gewonnen. Strindlunds Erfahrung mit avantgardistischen Werken passt perfekt zu Holzingers radikaler Neudeutung von sakraler und weltlicher Macht.

Wer Sancta noch erleben möchte, hat im Oktober die Möglichkeit – für diese Termine sind noch Tickets verfügbar. Die Performance stellt weiterhin gängige Vorstellungen von Geschlecht, Religion und künstlerischem Ausdruck infrage und führt damit eine hundert Jahre alte Kontroverse in mutiges Neuland.

Quelle