18 April 2026, 22:29

Evonik-Chef fordert radikale Reform des EU-Emissionshandels – oder dessen Abschaffung

Plakat mit Text und Logo, das "Wir reduzieren die Treibhausgasemissionen bis 2030 um etwa eine Gigatonne" verkündet und für eine signifikante Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis 2030 wirbt.

Evonik-Chef fordert Abschaffung des Emissionshandels - Evonik-Chef fordert radikale Reform des EU-Emissionshandels – oder dessen Abschaffung

Christian Kullmann, Vorstandsvorsitzender des Chemiekonzerns Evonik, hat gefordert, das EU-Emissionshandelssystem (EU-ETS) abzuschaffen oder grundlegend zu reformieren. Die aktuellen Regeln setzten die europäische Industrie seiner Ansicht nach massiv ins Hintertreffen – gegenüber globalen Konkurrenten mit niedrigeren Kosten und stärkerer staatlicher Unterstützung.

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Das EU-Emissionshandelssystem funktioniert über eine Obergrenze für Treibhausgasemissionen und erlaubt Unternehmen den Handel mit Zertifikaten. Kullmann argumentiert jedoch, dass dieses Modell nicht mehr zur heutigen globalen Wirtschaft passe. Europäische Unternehmen stünden nun Wettbewerbern gegenüber, die von massiven staatlichen Subventionen sowie günstigerer Energie und Rohstoffen profitierten.

Kritik übte er auch am geplanten CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM), den er als "bürokratischen Trick ohne echte Wirkung" bezeichnete. Laut Kullmann werde die Maßnahme das Kernproblem nicht lösen: Europa importiere weiterhin Waren aus Ländern mit deutlich höheren Emissionen und untergrabe damit seine eigene wirtschaftliche Position.

Kullmanns Haltung spiegelt eine wachsende Sorge wider: Das eigentlich zur Emissionsreduktion konzipierte ETS gefährde zunehmend die industrielle Wettbewerbsfähigkeit Europas. Ohne tiefgreifende Änderungen, so seine Warnung, werde das System Unternehmen weiter in eine ungünstige globale Position drängen.

Seine Forderungen unterstreichen die zunehmenden Spannungen zwischen Klimapolitik und industrieller Wettbewerbsfähigkeit in Europa. Bleibt das ETS unverändert, prognostiziert Kullmann weitere wirtschaftliche Belastungen für europäische Hersteller. Die Debatte über seine Zukunft dürfte sich verschärfen, da die Wirtschaft verstärkt Reformen einfordert.

Quelle