Dortmunder Bündnis kämpft für Bleiberecht zweier senegalesischer Brüder nach Polizeiskandal
Susan auch SchlauchinDortmunder Bündnis kämpft für Bleiberecht zweier senegalesischer Brüder nach Polizeiskandal
In Dortmund formiert sich ein breites Bündnis, das die Stadt auffordert, zwei Brüdern, deren befristete Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisse in der Stadt abgelaufen sind, langfristige Papiere zu gewähren. Sidy und Lassana Dramé, ursprünglich aus dem Senegal, leben seit zwei Jahren in Dortmund und unterstützen dort juristische Verfahren im Zusammenhang mit dem Tod ihres Bruders bei einem Polizeieinsatz.
Die Kampagne umfasst einen offenen Brief, der von lokalen Politikern, Anwälten und Gemeinschaftsinitiativen in Dortmund unterzeichnet wurde. Der Appell erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Zukunft der Brüder in Dortmund ungewiss ist – trotz ihres Engagements in der ehrenamtlichen Arbeit vor Ort.
Sidy Dramé (39) und Lassana Dramé (26) kamen nach dem Tod ihres Bruders Mouhamed Dramé im August 2022 nach Dortmund. Das Verfahren gegen fünf Beamte, die in den Vorfall verwickelt waren, endete nach 31 Verhandlungstagen mit einem Freispruch. Weitere gerichtliche Schritte sind nicht anhängig.
Die befristeten Aufenthaltsgenehmigungen der Brüder, die ursprünglich bis zum 31. Januar 2026 galten, sind inzwischen abgelaufen. Das Dortmunder Ausländeramt hat eine Verlängerung bisher abgelehnt, sodass beide derzeit nicht legal arbeiten dürfen. Sidy, ein ausgebildeter Schneider, leitet ehrenamtlich eine wöchentliche Nähwerkstatt, während Lassana einem lokalen Künstler unterstützt – beide ohne Bezahlung.
In einem offenen Brief, der von Bezirksbürgermeisterin Hannah Rosenbaum und Stadtkämmerer Jörg Stüdemann mitgetragen wird, wird langfristige Sicherheit für die Brüder gefordert. Konkrete Forderungen sind die Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis sowie das Recht zu arbeiten, um ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten zu können. Die Migrationsanwältin Claire Deery unterstützt diese Position und verweist darauf, dass die Stadt Ermessensspielraum habe, die Papiere während des laufenden Berufungsverfahrens zu verlängern.
Die Dortmunder Behörden haben die Besonderheiten des Falls anerkannt. Das Ausländeramt prüft nun erstmals, ob eine Arbeitserlaubnis erteilt werden kann, eine endgültige Entscheidung steht jedoch noch aus.
Die Zukunft der Brüder in Dortmund bleibt damit vorerst ungewiss. Sollte der Antrag genehmigt werden, könnten sie erstmals seit ihrer Ankunft eigenständig ihren Lebensunterhalt verdienen.
Die Entscheidung hängt von der Prüfung durch das Ausländeramt ab, während lokale Politiker und Aktivisten weiterhin auf eine Lösung drängen. Bis dahin harren Sidy und Lassana Dramé in einer unsicheren Warteposition aus – ohne Arbeitserlaubnis und in der Hoffnung auf eine positive Entscheidung.