30 December 2025, 09:12

Deutsche Telekom in der Kritik: Manipulative Kündigungshürden und KI-Offensive

Eine Werbung mit Robotern und Text.

Deutsche Telekom in der Kritik: Manipulative Kündigungshürden und KI-Offensive

Deutsche Telekom unter Druck wegen irreführender Online-Taktiken

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen hat die Deutsche Telekom abgemahnt, da sie auf ihrer Website angeblich manipulative Designs ('Dark Patterns') verwendet, um Kunden vom Kündigen ihrer Verträge abzuhalten. Gleichzeitig treibt die Telekom ein großes KI-Projekt in Europa voran.

Am 5. Dezember 2025 hat die Verbraucherzentrale Niedersachsen der Deutschen Telekom vorgeworfen, auf ihrem Kündigungsformular manipulative Designs zu nutzen. Kunden, die ihren Vertrag beenden wollen, sehen ein magentafarbenes Warnfeld mit der Frage: "Sind Sie sich sicher, dass Sie dieses Risiko eingehen wollen?" Die Meldung listet mögliche Nachteile auf, wie den Verlust der Rufnummer, schlechten Empfang oder hohe Roaming-Gebühren. Solche Praktiken könnten gegen das Digitale-Dienste-Gesetz (Digital Services Act) verstoßen. Wenn das Unternehmen nicht mit einer Unterlassungserklärung reagiert, drohen rechtliche Schritte, die dem Ruf des Konzerns schaden und seine ESG-Bewertung belasten könnten.

Trotz der Kontroverse bleibt die Deutsche Telekom wirtschaftlich stabil. Die US-Tochter T-Mobile US treibt weiterhin die Gewinne voran und sorgt für Solvenz. Analysten schätzen die Aktie derzeit auf einen Wert zwischen 37 und 39 Euro ein, gehandelt wird sie jedoch bei 27,43 Euro – ein Rückgang von 6 Prozent seit Januar. Aktionäre können für 2025 mit einer voraussichtlichen Dividende von 1,00 Euro pro Aktie rechnen, die im April 2026 ausgezahlt werden soll. Die nächsten Quartalszahlen werden am 26. Februar 2026 erwartet.

Jenseits der juristischen und finanziellen Themen expandiert das Unternehmen in den Bereich der künstlichen Intelligenz. Gemeinsam mit der Schwarz Gruppe plant die Telekom den Aufbau einer europäischen KI-Gigafactory. Das Ziel ist es, eine unabhängige KI-Infrastruktur zu schaffen, um die Abhängigkeit von US-Hyperscalern zu verringern und gleichzeitig neue Einnahmequellen im B2B-Bereich zu erschließen.

Der Rechtsstreit um die Kündigungspraktiken bringt zusätzliche Unsicherheit für die Deutsche Telekom mit sich. Falls er nicht beigelegt wird, könnte es zu Gerichtsverfahren kommen, die das Image des Konzerns weiter beschädigen. Gleichzeitig deutet das KI-Projekt mit der Schwarz Gruppe auf eine strategische Neuausrichtung hin – weg von klassischen Telekommunikationsdienstleistungen, hin zu zukunftsträchtigen Geschäftsfeldern in der Technologiebranche.