02 January 2026, 01:01

Coca-Cola-Chef attackiert Bundesregierung: Bürokratie und Kosten ersticken Unternehmen

Eine Szene mit Fahrrädern, Bäumen, einem Zaun, einem Auto und Gebäuden.

Coca-Cola-Chef attackiert Bundesregierung: Bürokratie und Kosten ersticken Unternehmen

John Galvin, der Deutschland-Chef von Coca-Cola Europacific Partners (CCEP), hat die hiesigen Wirtschaftsbedingungen scharf kritisiert: Überbürokratie und hohe Kosten belasten Unternehmen unnötig. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der die Bundesregierung zwar Deregulierungsversprechen abgibt – doch Galvin betont, dass bloße Ankündigungen die Probleme nicht lösen werden.

CCEP, das in Deutschland Marken wie Coca-Cola, Fanta und Sprite vertreibt, setzt jährlich 4,1 Milliarden Liter ab und beschäftigt an 24 Standorten rund 6.100 Mitarbeiter. Trotz der Herausforderungen plant das Unternehmen keine Verlagerung der Produktion ins Ausland und bekräftigt sein Engagement für den Standort Deutschland.

Galvin nannte konkrete Belastungsfaktoren: explodierende Strompreise, hohe Löhne und steigende Krankheitsquoten zählten zu den größten Problemen. Selbst kleine Projekte würden durch die Zuständigkeiten mehrerer Behörden und komplexe Vorschriften oft zu zähen, langwierigen Verfahren, so der Manager.

Die Bundesregierung hat bereits Gegenmaßnahmen eingeleitet: Im Februar 2023 startete sie die Zukunftsstrategie "Forschung und Innovation", um die digitale und technologische Souveränität zu stärken, Forschungsrahmen zu verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Noch im selben Jahr folgte ein Nationaler Aktionsplan für den Europäischen Forschungsraum, der bürokratische Hürden in Forschung und Innovation abbauen soll.

Doch Galvin wirft der Regierung vor, nach wie vor unnötige Komplexität zu schaffen – mit der Folge, dass Investitionen in Deutschland schwerer fallen als in anderen Ländern. Die Wettbewerbsfähigkeit werde zu wenig gefördert, monierte er. Unterstützung erhält er vom BDI-Präsidenten Peter Leibinger, der die aktuelle Wirtschaftslage als die tiefste Krise seit Gründung der Bundesrepublik bezeichnete.

Die Kritik kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Regierung zunehmend unter Druck gerät, Bürokratie abzubauen und die Rahmenbedingungen für Unternehmen zu verbessern. Zwar zielen Initiativen wie die "Forschung und Innovation"-Strategie oder der Nationale Aktionsplan auf Beschleunigung ab – doch viele Betriebe kämpfen weiterhin mit hohen Kosten und langsamen Genehmigungsverfahren.

Dass CCEP trotzdem in Deutschland bleibt, signalisiert Vertrauen in den Markt. Gleichzeitig spiegeln die Warnungen des Konzerns die wachsenden Sorgen um die wirtschaftliche Zukunft des Landes wider.