Bundesbank plant Abschaffung von Ein- und Zweicent-Münzen durch Fünfcent-Rundung
Anatol FrankeBundesbank plant Abschaffung von Ein- und Zweicent-Münzen durch Fünfcent-Rundung
Die Bundesbank hat einen Plan vorgelegt, Bargeldzahlungen in Deutschland künftig auf den nächsten Fünfcent-Betrag zu runden. Damit sollen nach und nach die Ein- und Zweicent-Münzen abgeschafft werden, deren Herstellung und Transport mit hohen Kosten verbunden sind. Wird der Vorschlag umgesetzt, würde sich die Abwicklung kleinerer Einkäufe in Geschäften bundesweit ändern.
Laut dem Entwurf würden Preise, die auf ein oder zwei Cent enden, abgerundet, während Beträge mit drei oder vier Cent am Ende aufgerundet würden. Ein Artikel für 2,02 Euro würde demnach 2,00 Euro kosten, ein Einkauf über 3,99 Euro hingegen auf 4,00 Euro aufgerundet. Dieses System orientiert sich an bereits bestehenden Praktiken in Finnland, den Niederlanden, der Slowakei, Irland, Italien, Belgien und Estland.
Eine Studie der Bundesbank aus dem Jahr 2023 zeigte, dass Bargeld nach wie vor beliebt ist: Fast die Hälfte aller Zahlungen im stationären Handel erfolgt weiterhin mit Scheinen und Münzen. Einige Supermärkte in Nordrhein-Westfalen bieten Kunden bereits an, Beträge auf den nächsten Zehncent-Betrag aufzurunden – der Mehrbetrag kommt dann wohltätigen Zwecken zugute. Bisher schreibt jedoch kein EU-Land eine Fünfcent-Rundung gesetzlich vor, auch wenn mehrere Staaten sie freiwillig eingeführt haben.
Der Plan stößt in der Bevölkerung auf Zustimmung: Eine aktuelle Umfrage ergab, dass 56 Prozent der Deutschen die Rundung befürworten. Dennoch würden Ein- und Zweicent-Münzen nicht vollständig verschwinden, es sei denn, die EU ergreift koordinierte Maßnahmen. Der Vorschlag betrifft ausschließlich Bargeldtransaktionen; digitale Zahlungen bleiben unberührt.
Sollte die Regel eingeführt werden, würde sie kleine Bargeldzahlungen vereinfachen und die Abhängigkeit von Kleingeld verringern. Die nächsten Schritte der Bundesbank hängen von weiteren Beratungen und möglichen gesetzlichen Änderungen ab. Die Zukunft der Ein- und Zweicent-Münzen in Deutschland bleibt vorerst ungewiss.






