Bergisch Gladbach droht OGS-Platzmangel trotz Rechtsanspruch ab 2026
Krzysztof LöfflerBergisch Gladbach droht OGS-Platzmangel trotz Rechtsanspruch ab 2026
Bergisch Gladbach kämpft mit Engpässen bei der Offenen Ganztagsschule (OGS) für Grundschulkinder
Obwohl die Stadt für das aktuelle Schuljahr eine Abdeckungsquote von 81 Prozent anstrebt, liegt die tatsächliche Versorgungsrate bei nur etwa 77 Prozent. Da ab 2026 ein Rechtsanspruch auf einen OGS-Platz besteht, wird der Druck auf das System weiter steigen.
Ab 2026 haben alle Erstklässlerinnen und Erstklässler einen gesetzlichen Anspruch auf einen Betreuungsplatz. Doch wie diese Plätze konkret vergeben werden, steht noch nicht fest – obwohl die Anmeldefrist für die Grundschulen bereits abgelaufen ist. Priorität erhalten die jüngsten Schülerinnen und Schüler, was ältere Kinder möglicherweise ohne Betreuungsmöglichkeit zurücklassen könnte.
Das größte Hindernis bleibt der Mangel an räumlichen Kapazitäten. Neue Einrichtungen werden frühestens Ende 2028 fertiggestellt, sodass kurzfristig keine Entlastung in Sicht ist. Die Stadt kann noch nicht sagen, wie viele OGS-Plätze bis zum Schuljahr 2026/27 zur Verfügung stehen – die Sorge, den Bedarf nicht decken zu können, wächst.
Bereits im Schuljahr 2025/26 wurden in Stadtteilen wie Schildgen, Katterbach und Bensberg Familien von ihren Wunschschulen abgewiesen. Zwei Elternpaare klagten erfolgreich gegen die Ablehnung ihrer Kinder, eines der Verfahren gewann vor Gericht. Die endgültigen Zusagebescheide – inklusive der OGS-Plätze – werden nun erst Ende März verschickt, was die Unsicherheit für viele Eltern verlängert.
Die Nachfrage nach OGS-Plätzen wird voraussichtlich das Angebot übersteigen, sodass zahlreiche Familien Schwierigkeiten haben könnten, eine Betreuung für ihre Kinder zu sichern. Konkrete Zahlen zu geplanten oder genutzten OGS-Plätzen für das aktuelle oder kommende Schuljahr hat die Stadt bisher nicht veröffentlicht.
Ob Bergisch Gladbach den Bedarf an Nachmittagsbetreuung decken kann, bleibt ungewiss. Platzmangel und verzögerte Planung erschweren die Situation. Besonders ältere Kinder könnten leer ausgehen, da Erstklässler Vorrang erhalten. Ohne neue Einrichtungen bis mindestens 2028 wird sich die angespannte Lage vorerst nicht entspannen.






