AWO fordert Sozialstaat-Ausbau statt Kürzungen – und eine Vermögenssteuer für Reiche
Krzysztof LöfflerAWO fordert Sozialstaat-Ausbau statt Kürzungen – und eine Vermögenssteuer für Reiche
AWO: „Nicht auf dem Rücken der Ärmsten“
Teaser: In einem Interview fordert AWO-Vorstandsmitglied Marvin Deversi einen Ausbau des Sozialstaats statt Kürzungen. Er widerspricht der angeblichen Kostenexplosion und plädiert für eine Einkommensteuer großer Vermögen.
5. Dezember 2025, 06:35 Uhr
Marvin Deversi, Vorstand der Arbeiterwohlfahrt (AWO), hat sich für einen deutlichen Ausbau des Sozialstaats ausgesprochen – statt für Kürzungen. Seine Äußerungen kommen zu einer Zeit, in der Deutschland mit steigender Arbeitslosigkeit, einem massiven Fachkräftemangel und wachsender rechtsextremer Feindseligkeit gegenüber sozialen Projekten konfrontiert ist. Deversi kritisierte zudem Bundeskanzler Friedrich Merz scharf für dessen „provokante und rassistische“ Aussagen zu Migrant:innen und Geflüchteten.
Die Pläne der Regierung, das Bürgergeld zu kürzen, lehnte Deversi ab und wies die Behauptung einer angeblichen Ausgabenexplosion im Sozialbereich zurück. Stattdessen argumentierte er, dass Investitionen in Arbeitsmarktförderung und soziale Programme die Wirtschaft stärken, die Demokratie stabilisieren und die Arbeitslosigkeit senken würden. Projekte wie Beratungsangebote für vulnerable Gruppen – etwa ältere Menschen, Jugendliche oder Geflüchtete – könnten sowohl die wachsende Arbeitslosigkeit als auch den steigenden Pflegebedarf renten.
Deversis Vorschläge zielen auf langfristige Lösungen statt auf Sparpolitik. Durch den Ausbau sozialer Dienstleistungen und die Einkommensteuer von Vermögen will er Arbeitslosigkeit bekämpfen, die alternde Bevölkerung unterstützen und demokratische Werte schützen. Die Debatte findet statt, während die AWO selbst mit betrieblichen Herausforderungen und zunehmender politischer Feindseligkeit ringt.