15 January 2026, 02:28

Apothekensterben 2025: Immer mehr Standorte schließen – doch die Politik bleibt untätig

Der Eingang einer Apotheke mit einem 'Apotheke'-Schild auf der linken Seite, einer Tafel mit Text auf der rechten Seite und beleuchteten Lichtern auf dem Dach.

Apothekensterben 2025: Immer mehr Standorte schließen – doch die Politik bleibt untätig

Apothekensterben in Deutschland hält 2025 unvermindert an

In ganz Deutschland schlossen auch im Jahr 2025 weiterhin Apotheken in stetigem Tempo – sowohl in ländlichen als auch in städtischen Regionen. Allein in Nordrhein ging bis Jahresende ein Nettoverlust von 43 Apotheken zu Buche, was Sorgen um die Versorgung der Bevölkerung mit lebenswichtigen Medikamenten schürt.

Besonders hart traf es mehrere Kreise: In Düsseldorf und Duisburg stellten jeweils sechs Apotheken den Betrieb ein, während in beiden Städten nur eine einzige Neugründung zu verzeichnen war. Die Städteregion Aachen verlor fünf Apotheken ohne jeden Ersatz, im Kreis Viersen schlossen vier Standorte, ohne dass neue hinzukamen. Eine Ausnahme bildete der Kreis Heinsberg, wo eine Apotheke neu eröffnet wurde und keine Schließungen zu verzeichnen waren.

Bundesweit sank die Gesamtzahl der Apotheken um 2,8 Prozent – zu Beginn des Jahres 2026 waren noch 16.601 in Betrieb. Die Apothekerkammer Nordrhein meldete für ihre Region einen Rückgang von 2,2 Prozent und warnte, dass stagnierende Vergütungen und steigende Betriebskosten immer mehr Inhaber zum Aufgeben zwingen. Obwohl die Kammer seit Langem höhere Apothekengebühren fordert, sah der Entwurf der Bundesregierung für eine Apothekenreform keine entsprechende Anpassung vor. Zwar hatte die Koalition zuvor zugesagt, das Problem anzugehen, doch der finale Gesetzentwurf beließ die Gebühren unverändert – und ließ die Apothekenbetreiber damit ohne zusätzliche finanzielle Unterstützung zurück.

Die anhaltenden Schließungen bedeuten für Patienten längere Wege, um Rezepte einzulösen oder medizinischen Rat zu erhalten. Da die Vergütungen seit Jahrzehnten auf demselben Niveau verharren, während die Betriebskosten steigen, wird der Druck auf die verbleibenden Apotheken voraussichtlich weiter zunehmen. Die Kammer wiederholt ihre Forderung nach höheren Gebühren, um weitere Verluste abzuwenden und die lokale Gesundheitsversorgung zu sichern.