Anna Netrebko feiert triumphale Rückkehr an die Berliner Staatsoper – trotz Proteste
Krzysztof LöfflerAnna Netrebko feiert triumphale Rückkehr an die Berliner Staatsoper – trotz Proteste
An der Berliner Staatsoper feierte eine Neuinszenierung von Giuseppe Verdis Un ballo in maschera Premiere – mit der Sopranistin Anna Netrebko in der Hauptrolle der Amelia. Die Aufführung löste sowohl begeisterten Applaus als auch Proteste vor dem Opernhaus aus. Rund 50 Demonstranten schwenkten ukrainische Flaggen und skandierten Parolen gegen die russische Regierung.
Die Premiere war Teil des Festprogramms der Staatsoper. Netrebko, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, erhielt für ihre Darstellung stehende Ovationen vom Publikum. Auch die Musiker und Sänger wurden für ihre Leistungen gefeiert.
Vor dem Opernhaus riefen die Protestierenden Sprüche wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" oder "Russland ist ein Terrorstaat". Die Demonstration spiegelte die anhaltenden Kontroversen um Netrebkos frühere Verbindungen zu Russlands Präsident Wladimir Putin wider, darunter eine Geburtstagsfeier im Moskauer Kreml. Ihr Image in Deutschland litt besonders seit 2021, als sie sich zunächst weigerte, die russische Invasion in der Ukraine Anfang 2022 eindeutig zu verurteilen. Daraufhin kam es zu Absagen an großen Häusern, darunter auch der Berliner Staatsoper.
Im Frühjahr 2022 distanzierte sich Netrebko öffentlich vom Krieg, woraufhin einige Institutionen ihre Auftritte neu bewerteten. Dennoch blieben die Debatten über ihre politische Haltung und die Frage, ob sie uneingeschränkt in das deutsche Kulturleben zurückkehren sollte, bis 2025 und 2026 präsent. Intendantin Elisabeth Sobotka verteidigte die Besetzung Netrebkos mit dem Verweis, die Sängerin habe sich von Russland distanziert und sei seit ihrer Kriegsverurteilung nicht dorthin zurückgekehrt.
Trotz der Proteste fand die Vorstellung wie geplant statt, und Netrebko erhielt für ihre Rolle in Un ballo in maschera Applaus. Die Aufführung zeigte einmal mehr die Spannung zwischen künstlerischer Anerkennung und politischer Kontroverse. Die Entscheidung der Staatsoper, sie zu engagieren, bleibt ein öffentlich diskutiertes Thema.






