Alarmierende Nitratwerte in Mönchengladbachs Brunnen – Landwirtschaft in der Kritik
Anatol FrankeAlarmierende Nitratwerte in Mönchengladbachs Brunnen – Landwirtschaft in der Kritik
Eine aktuelle Studie hat alarmierende Nitratwerte in privaten Brunnen in Mönchengladbach aufgedeckt. Die Tests ergaben, dass jede sechste Probe den gesetzlichen Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter überschritt. Der höchste gemessene Wert lag bei 162 mg/l in einem Brunnen im Stadtteil Hehn.
Die Nitratrichtlinie setzt eine strenge Obergrenze von 50 mg/l, um das Trinkwasser zu schützen. Dennoch wurde dieser Wert in vielen Brunnen der Region überschritten. Ein Grund für das Problem ist die intensive Landwirtschaft, da 77 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen Mönchengladbachs aus offenen, baumlosen Feldern bestehen.
Die VSR-Gewässerschutz, eine 1980 gegründete Organisation, setzt sich seit Langem für saubereres Wasser ein. Nun fordert sie die Bundesregierung auf, die Agroforstwirtschaft zu fördern – ein System, das Bäume in Ackerflächen integriert. Fachleute bestätigen, dass Bäume Nitrat aufnehmen und es zurück an die Oberfläche bringen, wodurch die Grundwasserverschmutzung verringert wird.
Ein Bündnis aus Landwirtschaftsberatern betont die Dringlichkeit, die Agroforstwirtschaft in Deutschland einzuführen. Studien zeigen, dass solche Systeme die Nitratbelastung senken können, ohne die Ernteerträge zu beeinträchtigen. Neben dem Gewässerschutz fördert die Agroforstwirtschaft zudem die Artenvielfalt und trägt zum Klimaschutz bei.
Der Aufruf zur Agroforstwirtschaft kommt zu einer Zeit, in der die Nitratverschmutzung weiterhin ein drängendes Problem darstellt. Mit baumbestandener Landwirtschaft könnte die Region die gesetzlichen Vorgaben erfüllen und gleichzeitig die Produktivität erhalten. Ob der Wandel gelingt, hängt nun von der Unterstützung der Politik und der Mitwirkung der Landwirte ab.






