AfD: Keine Fingerkr"{u}mmchen f"{u}r die BRD

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Ein Buchumschlag mit Armee-Panzern und Jeeps in einer Kriegszene mit Text "{u ber} der Illustration.Admin User

AfD: Keine Fingerkr"{u}mmchen f"{u}r die BRD

AfD: Kein Fingerkrümmen für die BRD

Zank um Bundeswehr und nationale Identität: Nach der Abstimmung über das Wehrdienstmodernisierungsgesetz entzweit ein Streit die AfD. Ein Bundestagsabgeordneter erhielt einen Verweis – weil er Björn Höcke kritisierte.

  1. Dezember 2025, 06:16 Uhr

Ein erbitterter Machtkampf tobt in der AfD über die Haltung der Partei zur Bundeswehr und zur nationalen Identität Deutschlands. Ausgelöst wurde die Kontroverse durch die Abstimmung über die Modernisierung der Wehrdienstgesetze. Sie offenbart tiefe Gräben zwischen den verschiedenen Flügeln der rechtsextremen Partei.

Im Zentrum des Konflikts stehen Björn Höcke, Galionsfigur des „Flügels“ und der „Neuen Rechten“, und Rüdiger Lucassen, ein AfD-Abgeordneter mit konservativerer Haltung in Verteidigungspolitik. Ihr Streit hat sich zu einer grundsätzlichen Debatte über Patriotismus, die Bundeswehr und die Frage ausgeweitet, wofür das heutige Deutschland eigentlich steht.

Der Eklat eskalierte, als Lucassen Höcke öffentlich dafür kritisierte, das heutige Deutschland sei „nicht mehr verteidigenswert“ erklärt zu haben. Höcke, eine der prägendsten Stimmen im völkisch-nationalistischen Spektrum der Partei, hatte damit eine alte rechtsextreme These aufgegriffen: dass die Bundesrepublik keine Legitimität besitze. Stattdessen beharre er darauf, nur das „deutsche Volk“ – nicht aber den demokratischen Staat – verdiene Schutz. Diese Position deckt sich mit den Ansichten rechtsextremer Ideologen wie Günter Maschke, die die Nachkriegsrepublik seit Jahrzehnten ablehnen.

Lucassen, der eine starke Bundeswehr befürwortet und sich gegen das ausbreitende „woke“ Gedankengut im Militär stellt, warf Höcke daraufhin mangelnden Patriotismus vor. Für diese Äußerungen erhielt er einen offiziellen Verweis von der eigenen Fraktion. Höcke konterte wütend und beteuerte, er werde „bis zum Tod für Deutschlands Existenz kämpfen“ – machte aber klar, dass er damit die „Nation“ und nicht das aktuelle politische System meine.

Doch der Konflikt beschränkt sich nicht auf diese beiden Kontrahenten. Eine dritte Strömung, vertreten durch Akteure wie Götz Kubitschek vom Antaios-Verlag, fordert die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht. Sie argumentieren, der Wehrdienst vermittle jungen Männern Disziplin und handwerkliche Fähigkeiten – während sie die heutige Bundeswehr und die Gesellschaft insgesamt als „schwach“ oder „korrupt“ verwerfen. Ihre Haltung speist sich aus einer Sehnsucht nach autoritären Strukturen der Vergangenheit und steht damit im scharfen Kontrast zu Lucassens konservativem, aber demokratiebejahendem Militärverständnis.

Der Riss durch die AfD legt ihre inneren Widersprüche schonungslos offen: Auf der einen Seite stehen Höcke und seine Anhänger, die den bestehenden Staat offen ablehnen und einen radikalen Umbruch anstreben. Auf der anderen Seite finden sich Kräfte wie Lucassen, die behaupten, traditionelle Institutionen wie die Bundeswehr verteidigen zu wollen – allerdings gegen progressive Reformen. Die beiden Visionen – die eine revolutionär, die andere reaktionär – ringen nun um die zukünftige Ausrichtung der Partei.

Der interne Streit der AfD hat längst die Ebene abstrakter Ideologie verlassen und ist zu konkreten politischen Konflikten geworden. Lucassens Rüge und Höckes trotziges Auftreten zeigen, wie persönliche Rivalitäten die Verteidigungspolitik der Partei prägen. Gleichzeitig offenbaren Forderungen nach der Wehrpflicht, wie sie Kubitschek erhebt, das anhaltende Bestreben rechtsextremer Kreise, die deutsche Gesellschaft über militärische Strukturen umzugestalten.

Wie dieser Konflikt ausgeht, könnte nicht nur die künftigen Positionen der AfD prägen, sondern auch ihr Verhältnis zur Bundeswehr und zur Öffentlichkeit. Aktuell bleibt die Partei zerrissen zwischen jenen, die den Staat abschaffen wollen, und jenen, die ihn retten möchten – indem sie zu einem Deutschland zurückkehren, das es so nicht mehr gibt.

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