08 February 2026, 11:07

AfD-Demo in Münster-Coerde zieht nur 60 Teilnehmer an – 450 Gegenprotestler dominieren das Bild

Eine Gruppe von Menschen marschiert auf einer Straße in Berlin, hält Schilder und Banner hoch und einige fahren Fahrräder, vor einem Gebäude mit Bögen, Säulen, Skulpturen und Bäumen.

AfD-Demo in Münster-Coerde zieht nur 60 Teilnehmer an – 450 Gegenprotestler dominieren das Bild

Rechtsextreme AfD-Kundgebung in Münster-Coerde zieht 60 Teilnehmer an – Gegenprotest mit 450 Menschen

Bei einer Kundgebung der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) in Münster-Coerde versammelten sich am Samstag etwa 60 Menschen. Gleichzeitig zog eine deutlich größere Gegenveranstaltung rund 450 Teilnehmer an. Die Polizei hielt beide Gruppen während der gesamten Veranstaltung strikt voneinander getrennt.

An der AfD-Kundgebung nahmen Parteimitglieder sowie ein Landessprecher teil, obwohl die Partei im Stadtrat von Münster nicht vertreten ist. Bei der Kommunalwahl 2020 in der nahegelegenen Stadt Greven trat die AfD nicht an, und aktuelle Daten zur Wählerbasis im Stadtteil Coerde liegen nicht vor.

Widerstand kam von dem Bündnis "Keinen Zentimeter den Nazis" und der lokalen Initiative "Coerde ist bunt". Eve Lyn Gardias, eine Anwohnerin und Mitglied der letzteren, kritisierte die AfD dafür, dass sie Randgruppen für Probleme verantwortlich mache, statt sich mit den eigentlichen Herausforderungen auseinanderzusetzen. "Wir müssen zusammenstehen und nicht wie die AfD nach unten treten", erklärte sie.

Unter den Gegenprotestlern herrschten teils kontroverse Meinungen. Linus, ein 22-jähriger Erzieher aus der Nähe Münsters, gab offen zu, die AfD gewählt zu haben. Er argumentierte, dass Deutschlands Wirtschafts- und Migrationspolitik dringend reformiert werden müsse, und behauptete, Auslandsgelder gingen auf Kosten benachteiligter Menschen vor Ort. "Es ist inakzeptabel, dass Milliarden ins Ausland fließen, während hier ältere Leute Flaschen sammeln müssen, um über die Runden zu kommen", sagte er.

Die Polizei sorgte dafür, dass die beiden Demonstrationen räumlich getrennt blieben und direkte Auseinandersetzungen vermieden wurden. Die geringe Teilnehmerzahl der AfD stand im deutlichen Kontrast zur größeren Gegenbewegung – ein Zeichen für die anhaltenden Spannungen um die Politik der Partei. Lokale Gruppen kündigten an, sich weiterhin gegen rechtsextreme Aktivitäten in der Region zu engagieren.