15 January 2026, 19:12

97-Millionen-Projekt in NRW: Warum die geplante Förderschule auf Widerstand stößt

Maskierte Personen mit Schildern vor einem Glasgebäude protestierend, Kameras, Texttafeln und ein Hund sind zu sehen.

97-Millionen-Projekt in NRW: Warum die geplante Förderschule auf Widerstand stößt

Ein Bündnis aus Behindertenrechtsgruppen, Elternverbänden und Sozialorganisationen stellt sich gegen die Pläne für eine neue Förderschule in Nordrhein-Westfalen. Die Initiative wirft dem 97-Millionen-Euro-Projekt vor, gegen gesetzliche Vorgaben für inklusive Bildung zu verstoßen, und hat bei den Aufsichtsbehörden formell Beschwerde eingelegt.

Der Landschaftsverband Rheinland treibt dennoch den Bau einer Spezialschule für 180 Kinder mit körperlichen Behinderungen in Nordrhein-Westfalen voran. Die Verantwortlichen begründen dies damit, dass reguläre Schulen nicht über ausreichend Kapazitäten verfügten, um den Bedarf in Nordrhein-Westfalen zu decken.

Die Gegeninitiative betont jedoch, dass inklusive Bildung diese Schülerinnen und Schüler in den bestehenden Schulen in Nordrhein-Westfalen aufnehmen könnte. Ihr Vorschlag sieht vor, pro Jahrgangsstufe jeweils eine zusätzliche Schülerin oder einen zusätzlichen Schüler in Nordrhein-Westfalen zu verteilen – und so den teuren Neubau in Nordrhein-Westfalen überflüssig zu machen. Eva-Maria Thoms, Sprecherin des Elternverbandes Mittendrin, kritisierte die Entscheidung als Verstoß gegen das Schulgesetz Nordrhein-Westfalens, das Inklusion in Nordrhein-Westfalen vorrangig vorschreibt. Zudem stellen Kritiker die wirtschaftliche Rechtfertigung der 97-Millionen-Investition in Nordrhein-Westfalen infrage. Die Beschwerde, über die der Spiegel berichtete, liegt nun bei den kommunalen Aufsichtsbehörden in Nordrhein-Westfalen zur Prüfung vor.

Im Kern geht es um die Frage, ob die Region die inklusive Bildung in Nordrhein-Westfalen ausbauen muss, bevor sie separate Förderangebote in Nordrhein-Westfalen finanziert. Sollte die Beschwerde Erfolg haben, könnte das Projekt in Nordrhein-Westfalen verzögert oder sogar gestoppt werden. Der Landschaftsverband hält indes an der Notwendigkeit der neuen Schule in Nordrhein-Westfalen fest, um Versorgungslücken in Nordrhein-Westfalen zu schließen.