700 Kurden demonstrieren in Düren für Freiheit in Nordsyrien
Rund 700 kurdische Demonstranten gingen am 28. Januar 2026 in Düren auf die Straße, um Solidarität mit Nordsyrien zu fordern. Die unter dem Motto 'Freiheit für Kurdistan' stehende Kundgebung wurde vom Kurdischen Kulturverein Düren organisiert und verlief unter Polizeiaufsicht friedlich.
Die Demonstration startete am Kaiserplatz und zog sich entlang einer vorher abgestimmten Route durch die Dürener Innenstadt. Die Teilnehmenden marschierten weitgehend ohne Zwischenfälle, doch kam es zu zwei Vorfällen, die strafrechtliche Ermittlungen nach sich zogen – einer wegen Beleidigung, ein weiterer wegen versuchter Körperverletzung.
Die Polizei war während der gesamten Veranstaltung mit einem starken Aufgebot vor Ort, um für Sicherheit zu sorgen und die Versammlungsfreiheit zu schützen. Gegen 20:00 Uhr kehrte der Demonstrationszug zum Kaiserplatz zurück, wo die Kundgebung ohne weitere Störungen endete.
Hintergrund der Proteste sind aktuelle Entwicklungen in Nordsyrien: Am 30. Januar 2026 unterzeichneten die von Kurden geführten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) und die syrische Übergangsregierung unter Präsident Ahmed al-Scharaa ein Waffenstillstands- und Integrationsabkommen. Die von den USA und Frankreich vermittelte Vereinbarung sieht den Vorstoß der syrischen Armee in kurdisch kontrollierte Gebiete wie Hasaka, Kamischli und Kobanê vor. Zudem ist die schrittweise Eingliederung der SDF in staatliche Strukturen vorgesehen, auch wenn in Regionen wie Kobanê weiterhin Gefechte und humanitäre Krisen andauern.
Die Demonstration in Düren spiegelte die anhaltenden Sorgen um die kurdische Autonomie angesichts des sich wandelnden politischen Umfelds in Syrien wider. Während die Kundgebung selbst weitgehend friedlich verlief, bleibt die Lage in Nordsyrien angespannt, da das Waffenstillstandsabkommen umgesetzt wird. Die Dürener Behörden bestätigten, dass es abgesehen von den beiden kleineren Ermittlungsverfahren zu keinen schweren Vorfällen gekommen sei.