28 January 2026, 19:26

200 Millionen Euro retten den Kölner Express vor dem Kollaps

Ein Plakat, das eine Bahn in Berlin, Deutschland, bewirbt, mit einem Bild einer Bahn und darauf geschriebenem Text.

200 Millionen Euro retten den Kölner Express vor dem Kollaps

National Express erhält Finanzspritze für NRW-RRX-Netz nach monatelanger Krise

Der Betreiber des RRX-Schienennetzes in Nordrhein-Westfalen, National Express, hat nach monatelanger Instabilität eine finanzielle Rettungsleine erhalten. Die Verkehrsbehörden haben zugesagt, zusätzliche 200 Millionen Euro bereitzustellen, um den Betrieb des Kölner Express zu stabilisieren und weitere Störungen zu verhindern. Die Maßnahme reiht sich ein in eine Serie finanzieller Schwierigkeiten regionaler Verkehrsunternehmen im Land.

Die Vereinbarung verringert die Verluste von National Express und passt zentrale Vertragsbedingungen an. Automatische Strafzahlungen bei Verspätungen, die auf Infrastrukturprobleme zurückgehen, entfallen künftig. Diese Änderung soll den Druck auf das Unternehmen mindern, das in der Vergangenheit mit wilden Streiks konfrontiert war – darunter auch im vergangenen Sommer. Zudem werden die Verträge für zwei defizitäre RRX-Strecken vorzeitig gekürzt und enden nun 2027 statt wie ursprünglich vorgesehen 2030. Die profitableren Linien hingegen erhalten eine Verlängerung bis 2035.

Die Anpassungen erfolgten über bestehende Vertragsmechanismen, sodass langwierige Neuverhandlungen vermieden wurden. Verkehrsverbünde wie der VRR stellten die zusätzlichen Mittel bereit, um die Zuverlässigkeit und Servicequalität des Express Köln zu verbessern. Die finanzielle Belastung von National Express spiegelt dabei die größeren Herausforderungen im NRW-Regionalverkehr wider: Harter Wettbewerb bei Ausschreibungen, steigende Energiekosten und Personalmangel haben viele Betreiber an den Rand des Ruins getrieben. So meldete Abellio Anfang 2022 Insolvenz an, während die NWL im selben Jahr die angeschlagene Eurobahn übernahm.

Die zusätzlichen 200 Millionen Euro sollen die Operationsfähigkeit von National Express sichern und die streikbedingten Ausfälle des Kölner Express beenden. Da Strafen für infrastrukturbedingte Verspätungen nun entfallen, drohen dem Unternehmen weniger finanzielle Sanktionen. Ziel der Änderungen ist es, auf dem gesamten NRW-Schienennetz zuverlässige Verbindungen wiederherzustellen und gleichzeitig die seit Langem bestehenden finanziellen Spannungen im Sektor zu entschärfen.