17 March 2026, 10:28

Zuckerrübenbau in der Krise: Wie Landwirte mit Innovationen gegen Krankheiten und Preisdruck kämpfen

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Zuckerrübenbau in der Krise: Wie Landwirte mit Innovationen gegen Krankheiten und Preisdruck kämpfen

Deutsche Zuckerrübenbauern sehen sich mit wachsenden Herausforderungen konfrontiert: sinkende Preise, Krankheitsausbrüche und Konkurrenz durch zollfreie Importe setzen die Branche unter Druck. Dennoch finden einige Landwirte neue Wege, um ihre Erträge zu schützen und die Ernteerträge zu stabilisieren. Aktuelle Versuche mit innovativen Herbiziden und Fungiziden zeigen vielversprechende Ergebnisse im Kampf gegen Unkraut und Infektionen, die die Produktion bedrohen.

Seit der vorläufigen Unterzeichnung des Mercosur-Abkommens im Jahr 2019 verzeichnet der deutsche Zuckerrübenanbau ein moderates Wachstum: Die angebaute Fläche stieg von etwa 38.000 Hektar auf rund 42.000 Hektar bis 2024. Eine höhere Auslastung der EU-Zuckerquote und steigende Zuckerpreise milderte zwar teilweise den Importdruck aus Brasilien, doch Klimawandel und Düngemittelknappheit bremsten eine stärkere Expansion.

Drei Hauptbedrohungen belasten die Branche derzeit besonders: die Rübenvergelbungs-Krankheit (SBR, Stolbur), die Cercospora-Blattfleckenkrankheit sowie herbizidresistente Unkräuter. Schwere Ausbrüche dieser Krankheiten und Schädlinge können die Zuckererträge um 40 bis 50 Prozent reduzieren und manche Ernten kaum noch rentabel machen. Notfallzulassungen für bestimmte Pestizide brachten zwar vorübergehende Entlastung, doch die Landwirte suchen nachhaltige und verlässliche Lösungen.

Marius Feldmann, Betriebsleiter bei der Metternich-Ratibor-Corvey KG, hat seine Zuckerrübenfläche von 160 Hektar im Jahr 2023 auf 118 Hektar in diesem Jahr reduziert – eine Folge der wirtschaftlichen Belastungen. Dennoch setzt er weiterhin auf den Anbau und testet neue Methoden, um die Erträge zu sichern. In einem 44 Hektar großen Versuchsfeld setzte er das Herbizid Rinpode ein und stellte fest, dass es einfach anzuwenden ist und in Kombination mit anderen Behandlungen wirksam gegen Hirsegräser wirkt.

Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass Rinpode durch die Bekämpfung hartnäckiger Unkräuter bis zu einer zusätzlichen Tonne Zucker pro Hektar bringen könnte. Zusammen mit neuen Fungiziden und Biostimulanzien helfen solche Innovationen den Landwirten, sich an schrumpfende Gewinnspannen und schwierigere Anbaubedingungen anzupassen.

Obwohl die deutschen Zuckerrübenbauern weiterhin unter dem Druck niedriger Preise, Krankheitsrisiken und Importkonkurrenz leiden, bieten Feldversuche mit Produkten wie Rinpode einen Weg, die Erträge zu stabilisieren. Durch die weitere Verbreitung gezielter Pflanzenschutzmethoden könnten die Landwirte Unkraut und Infektionen besser kontrollieren, die derzeit stark in die Gewinne schneiden. Im Mittelpunkt steht weiterhin die Balance zwischen Kosten und wirksamen Lösungen, um die Zukunftsfähigkeit des Sektors zu sichern.

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