22 March 2026, 08:30

Willicher Eltern kämpfen um gestrichene Kitas und fordern Bürgermeister heraus

Eine Gruppe von Menschen, die eine Straße entlanggehen, einige halten Fahnen und Schilder, mit einem Baby im Kinderwagen und Gebäuden, Schildern und Topfpflanzen im Hintergrund.

Willicher Eltern kämpfen um gestrichene Kitas und fordern Bürgermeister heraus

Eltern in Willich fordern von Bürgermeister Pakusch Antworten, nachdem zwei geplante Kitas gestrichen wurden. Trotz eines offenen Briefs im März blieb eine Reaktion aus – nun folgt ein zweiter Appell. Die Initiative stellt zudem die Angaben der Stadt zu längeren Fahrzeiten für betroffene Familien infrage.

Unter dem Motto "Kleine Füße, kurze Wege" macht eine Kampagne nun auf den Bedarf an wohnortnahen Betreuungsplätzen aufmerksam. Gleichzeitig schreitet das einzige verbleibende Neubauprojekt voran, das Generationenzentrum Reinershof – doch die Beteiligung privater Investoren wirft weitere Fragen zu Finanzierung und Transparenz auf.

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Anfang März hatten Elternvertreter:innen und der Förderverein der Kita Alperof Bürgermeister Pakusch in einem Schreiben um Aufklärung über die gestrichenen Kita-Projekte gebeten. Der Brief forderte eine Überprüfung der städtischen Angaben zu längeren Anfahrtswegen für Familien. Da keine Antwort kam, wurde nun ein zweiter offener Brief verfasst, in dem die Eltern eine Stellungnahme einfordern.

Die Streichungen begründete die Stadt Willich mit Haushaltszwängen und einem Rückgang der Anmeldungen für Betreuungsplätze. Mit dem Aus für zwei geplante Einrichtungen bleibt als einziges kommunales Neubauvorhaben das Generationenzentrum Reinershof übrig. Dort soll die Kita Alperof untergebracht werden, doch die Umsetzung erfolgt mit privater Investorenbeteiligung – was bei manchen Eltern Sorgen über langfristige Kosten und städtische Kontrolle weckt.

Die Finanzierung des Reinershof-Projekts setzt sich aus verschiedenen Quellen zusammen: Stadt und Wohlfahrtsverbände bringen Eigenkapital ein, das Land Nordrhein-Westfalen übernimmt bis zu 50 Prozent der Baukosten im Rahmen des Programms "Zukunft investieren". Den Rest steuert ein Investor – vermutlich ein privater Projektentwickler – bei, der das Gebäude finanziert, errichtet und anschließend an das Zentrum verpachtet. Diese Konstruktion wirft die Frage auf, wie viel Einfluss die Stadt auf das Projekt behält.

Als Reaktion auf die Verzögerungen und die ausbleibende Kommunikation haben Eltern die Kampagne "Kleine Füße, kurze Wege" ins Leben gerufen. Die Initiative betont, wie wichtig fußläufig erreichbare Betreuungsangebote für kleine Kinder sind. Zudem luden die Eltern Bürgermeister Pakusch zu einem öffentlichen Dialog ein, um direkt über die Zukunft der Kita-Versorgung in Willich zu diskutieren.

Der zweite offene Brief liegt nun im Rathaus – bleibt eine Antwort aus, könnten die Eltern ihre Forderungen nach mehr Transparenz verschärfen. Das Generationenzentrum Reinershof bleibt das einzige Kita-Neubauprojekt in Willich, doch die Abhängigkeit von privaten Geldern nährt weiterhin Bedenken hinsichtlich Bezahlbarkeit und Zugänglichkeit für Familien in der Stadt.

Quelle