Wie Wohngebäude die deutsche Energiewende mit Solarstrom revolutionieren könnten
Wie Wohngebäude die deutsche Energiewende mit Solarstrom revolutionieren könnten
Deutschlands Energiewende könnte durch Wohngebäude einen entscheidenden Schub erhalten. Aktuell verursacht der Gebäudesektor des Landes jährlich rund 112 Millionen Tonnen CO₂, wobei weniger als 15 Prozent des Stroms in Haushalten aus erneuerbaren Energien stammen. Experten verweisen nun auf das bisher ungenutzte Potenzial von Dachsolaranlagen und Mieterstrommodellen, um Emissionen zu senken und die Energiewende zu beschleunigen.
Eine aktuelle Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) im Rahmen des Ariadne-Projekts zeigt eine bedeutende Chance auf: Bis zu 20,4 Millionen Wohnungen in etwa drei Millionen Mehrfamilienhäusern könnten mit Mieterstrom versorgt werden. Dieser Wandel könnte allein im Gebäudesektor eine zusätzliche Solarleistung von bis zu 60 Gigawatt bringen.
Dachsolaranlagen auf Wohngebäuden könnten bis zu 60 Prozent des jährlichen Strombedarfs direkt vor Ort decken. Das würde das Stromnetz entlasten, Übertragungsverluste verringern und die CO₂-Emissionen senken. Mehrfamilienhäuser bieten zudem eine praktische Plattform für die Sektorkopplung, bei der Wärmepumpen, Ladestationen und Batteriespeicher effizienter mit der hauseigenen Solarstromerzeugung kombiniert werden können. Trotz dieser klaren Vorteile kommt der Ausbau nur langsam voran. Ein zentrales Hindernis bleibt das Fehlen einheitlicher bundesweiter Standards für Mieterstrommodelle. Dennoch stellen diese Initiativen den schnellsten und skalierbarsten Weg dar, um dezentrale Energielösungen auszubauen. Spezialisierte Dienstleister können die Marktkomplexität bewältigen und den Prozess für Vermieter wie Mieter vereinfachen.
Die Integration erneuerbarer Energien in Wohngebäuden könnte eine Schlüsselrolle für die deutsche Energiewende spielen. Mit den richtigen politischen Weichenstellungen ließe sich durch Mieterstrom das enorme Solarpotenzial von Millionen Haushalten erschließen. Das würde nicht nur die Emissionen reduzieren, sondern auch die Belastung des nationalen Stromnetzes verringern.
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