16 April 2026, 10:30

Wie eine Bürgerinitiative in Schildgen Geflüchteten ein neues Zuhause gab

Plakat für den Wohltätigkeitsbasar für die Witwen und Waisen deutscher, australischer, ungarischer und alliierter Soldaten mit Veranstaltungseinzelheiten im Text.

Wie eine Bürgerinitiative in Schildgen Geflüchteten ein neues Zuhause gab

Vor zehn Jahren schlossen sich einige Einwohner von Schildgen zusammen, um Geflüchtete in ihrer Gemeinde zu unterstützen. Ihre Initiative Willkommen in Schildgen startete 2015 mit rund 100 Freiwilligen, die praktische Hilfe und Freundschaft anboten. Nun feiern eine Jubiläumsveranstaltung und eine Ausstellung die Wege derer, die in Deutschland eine neue Heimat fanden.

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2015 kam Youssef Messraba nach seiner Flucht aus Syrien in Katterbach, Bergisch Gladbach, an – geschwächt und verängstigt. Freiwillige der Initiative Willkommen in Schildgen nahmen ihn in Empfang. Sie halfen ihm bei Behördengängen, Arztbesuchen und Deutschkursen – Unterstützung, die ihm half, sein Leben neu aufzubauen.

Die Wirkung der Initiative zeigt sich zehn Jahre später deutlich: 72 Prozent der damals Angekommenen sind heute erwerbstätig, 15 Prozent befinden sich in Ausbildung oder Studium. Die meisten sprechen fließend Deutsch. Messraba selbst absolvierte eine Ausbildung zum Elektroniker und studiert nun Elektro- und Medizintechnik. Trotz seiner Erfolge erlebte er an der Universität und in seiner Nachbarschaft Vorurteile. Zudem wartet er seit 20 Monaten auf die deutsche Staatsbürgerschaft.

Über Beruf und Studium hinaus hat Messraba in Deutschland ein privates Leben aufgebaut. Drei Jahre lang lebte er mit einer deutschen Freundin in Köln und pflegt bis heute einen engen Freundeskreis. Seine Geschichte ist eine von 21 Porträts in der Ausstellung Himmel un Ääd des Fotografen Philipp J. Bösel. Die farbigen Fotografien sind bis zum 6. Dezember zu sehen.

Zum Jubiläum findet am 28. November unter dem Titel Angekommen – Erfahrungen und Leben in Deutschland/Schildgen eine Veranstaltung im Ausstellungsraum Himmel un Ääd statt. Sie blickt auf das vergangene Jahrzehnt und die anhaltende Integration derer zurück, die einst als Fremde kamen.

Die Ausstellung und das Event zeigen, wie bürgerschaftliches Engagement das Leben von Geflüchteten wie Messraba prägte. Trotz verbleibender Herausforderungen führte die Initiative zu Bildung, Arbeit und bleibenden Verbindungen. Das Jubiläum ist zugleich Feier und Erinnerung daran, welchen Unterschied lokales Handeln bewirken kann.

Quelle