09 February 2026, 05:07

Wie Belgien, die Niederlande und Deutschland ihre Kriegsvergangenheit gemeinsam aufarbeiteten

Ein Denkmal in einem Friedhof, das deutschen Soldaten gewidmet ist, die im Zweiten Weltkrieg starben.

Wie Belgien, die Niederlande und Deutschland ihre Kriegsvergangenheit gemeinsam aufarbeiteten

Öffentlicher Vortrag am 25. November: Wie Belgien, Deutschland und die Niederlande nach dem Zweiten Weltkrieg erinnerten und sich versöhnten

Ein kostenloser öffentlicher Vortrag am 25. November widmet sich der Frage, wie Belgien, Deutschland und die Niederlande mit der Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg umgegangen sind und welche Wege der Versöhnung sie eingeschlagen haben. Der Historiker Alexander Barth spricht im Grashaus in Aachen und legt den Fokus dabei auf die gemeinsame Grenzregion Aachen-Lüttich-Maastricht. Die Veranstaltung ist Teil der Reihe "Europa am Dienstag" und wird zusätzlich per Livestream online übertragen.

Die Grenzregion Aachen-Lüttich-Maastricht ist von tiefer historischer Bedeutung geprägt – mit zahlreichen Stätten und Mahnmalen aus beiden Weltkriegen. Seit 1945 arbeiten die drei Nachbarländer in gemeinsamen Erinnerungsprojekten zusammen, um die Versöhnung zu fördern. Dazu zählt die 1976 ins Leben gerufene Euregio Maas-Rhein, die grenzüberschreitende Gedenkveranstaltungen zum Zweiten Weltkrieg organisiert. Das in den 1990er-Jahren entstandene Netzwerk "Wege der Erinnerung" verbindet zentrale Orte wie den Hürtgenwald, das Fort Eben-Emael und den Sint-Pietersberg.

Dreisprachige Gedenkfeiern an gemeinsamen Stätten wie dem Amerikanischen Soldatenfriedhof Henri-Chapelle haben die Verbindungen zwischen den Ländern weiter gestärkt. Barths Vortrag zeichnet diese Entwicklungen von 1945 bis heute nach und zeigt auf, welche Rolle Bildung und Jugendaustausch bei der Überwindung alter Gräben gespielt haben. Organisiert wird die Veranstaltung vom EUROPE DIRECT Informationszentrum, dem Europäischen Klassenzimmer der Route Charlemagne und der Bischöflichen Akademie Aachen.

Der Eintritt ist frei, eine vorherige Anmeldung über die Website "Europa am Dienstag" jedoch erforderlich. Beginn ist um 19:00 Uhr im Grashaus; wer nicht vor Ort teilnehmen kann, hat die Möglichkeit, den Vortrag im Livestream zu verfolgen.

Der Abend wirft ein Licht auf Jahrzehnte der gemeinsamen Erinnerungsarbeit in einer Region, die vom Krieg besonders gezeichnet wurde. Anhand grenzüberschreitender Initiativen zeigt Barths Präsentation, wie Belgien, Deutschland und die Niederlande durch geteiltes Gedenken Versöhnung gestaltet haben. Die Anmeldung für die Teilnahme – vor Ort oder online – bleibt weiterhin geöffnet.